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«Wir müssen noch genauer hinschauen»

Seit gut zwei Wochen im Amt, wagt Beat Siegrist (SP) einen ersten Blick voraus. Der Gemeindepräsident nimmt zu vier wichtigen Themen Stellung.

Hat sich gut eingelebt: ­Beat Siegrist.
Hat sich gut eingelebt: ­Beat Siegrist.
Lea Ramseier

Es ist noch nicht lange her, da hat diese Zeitung Fred Röthlisberger (SVP) als langjährigen Gemeindepräsidenten von Thunstetten-Bützberg verabschiedet. Seit gut zwei Wochen ist nun sein Nach­folger Beat Siegrist (SP) im Amt.

Er habe sich bereits gut im neu ­zusammengesetzten Gemeinderat eingelebt, sagt der 63-Jährige. Sein Vorteil sei, dass er als früherer Vizegemeindepräsident in die wichtigsten Geschäfte in den letzten Jahren eng miteingebunden gewesen sei. Zu vier von ihnen hat er nun seine Gedanken geäussert.

Schulraumplanung

«Das ist ein grosses Thema, das uns noch lange beschäftigen wird. Für die Oberstufe gibt es zwei Möglichkeiten: alle Schülerinnen und Schüler nach Langenthal schicken oder alle nach Bützberg zurückholen. Unsere Überlegungen, die wir gemeinsam mit den Einwohnern und vor allem den Eltern angestellt haben, zeigen, dass es sinnvoll wäre, die Oberstufe im Dorf zu behalten.

Nun geht es einerseits darum, abzuklären, welche Kosten ein Anbau im Byfang verursachen würde. Andererseits wollen wir auch die Frage klären, was es für die Gemeinde überhaupt bedeuten würde, wenn wir diese Schüler künftig nicht mehr in Bützberg hätten, etwa auch für die Vereine im Dorf. Wir haben eine externe Firma mit der Schulraumplanung beauftragt.

«Wir wollen auch die Frage klären, was es für die Gemeinde überhaupt bedeuten würde, wenn wir diese Schüler künftig nicht mehr in Bützberg hätten.»

Die bisherigen Lösungsvorschläge haben uns aber finanziell nicht überzeugt. Sie waren zu teuer. Trotzdem möchten wir noch diesen Frühling im Gemeinderat einen Entscheid treffen. Sollten wir einen Neu- oder Anbau im Byfang beschliessen, würden wir den dafür nötigen Kredit spätestens im Herbst an die Urne bringen. Von der Zukunft der Oberstufe hängt letztlich auch die geplante Sanierung des Kindergartens am Kindergartenweg in Bützberg ab. Diese Sanierung müsste bei einer grösseren Investition im Byfang allenfalls zeitlich mit dem Byfang gestaffelt werden.»

Verkehrssituation

«Es gilt, die im neuen Verkehrskonzept erarbeiteten Massnahmen gemäss der Planung umzusetzen. Priorität geniesst zuerst die flächendeckende Einführung der Tempo-30-Zonen in allen Wohnquartieren. Für andere Massnahmen werden wir uns genügend Zeit lassen, so etwa auch für den Ausbau der Schlossstrasse, der mit hohen Kosten verbunden ist.

Zudem müssen wir bei der Brunngasse und der Lengmattstrasse noch einmal ganz genau hinschauen. Für beide ist ein Fahrverbot mit Zubringerdienst vorgesehen. Dies hat im Zuge der Mitwirkung Kritik hervorgerufen. Was uns beim Thema Verkehr sicher beschäftigen wird, sind auch die Auswirkungen der Umfahrungsstrasse Aarwangen. Wir rechnen mit Mehrverkehr. Deshalb werden wir gemeinsam einen Konsens finden müssen: Wie lässt es sich vermeiden, dass es bei uns im Dorf nicht bald die gleiche Verkehrsproblematik gibt, wie sie derzeit in Aarwangen besteht?

«Was uns beim Thema Verkehr sicher beschäftigen wird, sind auch die Auswirkungen der Umfahrungsstrasse Aarwangen.»

Der Gemeinderat wird daher auch künftig intensiv das Gespräch mit der Bevölkerung suchen und diese miteinbinden. Ein erstes Treffen mit dem überparteilichen Komitee hat im neuen Jahr bereits stattgefunden. Die Verkehrszählungen, die der Kanton in diesem Jahr auf verschiedenen Strassen in der Gemeinde durchführt, sollen helfen, das Verkehrsverhalten vor dem Bau der Umfahrung zu erfassen.

Diese Ergebnisse lassen sich anschliessend mit den Messungen nach dem Bau vergleichen. Dann sehen wir, wie stark der Durchgangsverkehr angewachsen ist und welche Strassen vermehrt genutzt werden. So können wir entsprechende Anpassungen vornehmen, indem wir zum Beispiel diese Wege für den Verkehr unattraktiver gestalten.»

Finanzen

«Die Finanzsituation der Gemeinde ist angespannt. Und dies schon seit Jahren. Mein Ziel ist ein ausgeglichenes Budget 2020. Das ist mir ein grosses Anliegen. Hierfür müssen wir bei den künftigen Investitionen noch genauer hinschauen. Denn es lässt sich nicht alles davon realisieren. Deshalb ist es wichtig, Prioritäten zu setzen und gut zu etappieren.

Der Gemeinderat wird diese Überlegungen berücksichtigen, wenn es im Herbst darum geht, einen neuen Finanzplan zu erstellen. Eine Steuersenkung ist aufgrund der anstehenden hohen Investitionen ehrgeizig. Der politische Druck, eine Senkung für die Zukunft zu prüfen, ist aber vorhanden.

«Eine Steuersenkung ist aufgrund der anstehenden hohen Investitionen ehrgeizig.»

Die FDP hat den Gemeinderat dazu aufgefordert. Auch weil wir derzeit mit einer Steueran­lage von 1,78 deutlich über dem Durchschnitt der Oberaargauer Gemeinden liegen. Mein Wunsch wäre es eigentlich, während meiner Zeit als Gemeindepräsident eine Steuersenkung vorzulegen. In diesem Fall wird es aber eine moderate Senkung sein, keine von zwei Steuerzehnteln.»

Dorfzentrum im Kalberweidli

«Es fehlt zwar immer noch die Unterschrift eines Grundeigentümers. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir diese bald erhalten und danach für das Dorfzentrum Nägel mit Köpfen machen können. Um jenes Land, das sich im Besitz der Gemeinde befindet, an die Investoren abtreten zu können, möchten wir im Juni oder im Dezember der Gemeindeversammlung einen entsprechenden Antrag vorlegen.

Gibt es dort einen positiven Entscheid, wäre ein Baubeginn 2019/2020 realistisch. So könnte das neue Dorfzentrum mit Alterswohnungen, Arztpraxis und Einkaufsmöglichkeiten bis 2022 fertig werden.»

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