Wo alte Ehrwürdigkeit auch mal durchbrochen wird

Madiswil

In der Kirche Madiswil beendete am Samstag der Konzertverein Grenzklang seine erste Saison mit einem Weihnachtskonzert.

Das erklärte Ziel des Konzertvereins Grenzklang ist es, in barocken Bauten der Region alte Musik zu spielen und diese so einem breiteren und vor allem auch jüngeren Publikum zugänglich zu machen.

Ganz in diesem Sinne haben sich die Musiker auch für das Abschlusskonzert ihrer ersten Saison am vergangenen Samstag etwas einfallen lassen. So wurde in der reformierten Kirche Madiswil nicht nur Musik gespielt, sondern zwischen den Stücken auch noch eine Geschichte erzählt. Die Geschichte nämlich von Moritz, einem Hirtenhund, der sich mit seinem Hirten und seiner Schafherde aufmacht, einem seltsamen Stern mit einem Schweif «wie einem Katzenschwanz» zu folgen.

Geschrieben, vertont, gesprochen und gespielt wurden die Szenen von Rainer Walker, Gründungsmitglied von Grenzklang und Leiter der Oberaargauischen Musikschule in Langenthal.

Spürbare Begeisterung

Natürlich kam daneben auch die alte Musik nicht zu kurz. Gespielt wurden unter anderem Werke der Barockkomponisten Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Arcangelo Corelli – und zwar in fast allen denkbaren Konstellationen vom Quintett bis zum Solo und auf historisch nachgebauten Instrumenten. Die Begeisterung der Musiker für die gespielten Stücke war immer wieder deutlich spürbar. Zusammen mit der trotz des altehr­würdigen Aufführungsraums angenehm intimen Atmosphäre vermochte diese Begeisterung durchaus auch auf das Publikum überzuspringen.

Einmal mehr suchte der Konzertverein dabei nach dem richtige Mittelmass zwischen einer historisch korrekten und einer aktuellen Aufführungsweise. «Barocke Musik ist wunderbar, aber manchmal darf man diese Ehrwürdigkeit auch ein bisschen durchbrechen», sagt Rainer ­Walker.

Unerwartete Resonanz

Mit dem Abschluss der ersten Saison sei man sehr zufrieden. «Als wir diese Formation gründeten, haben wir nicht mit dieser Resonanz gerechnet», so Walker. Die Konzerte würden gut besucht, und der Verein bekomme viel Unterstützung: von den Mitgliedern, aber auch von diversen Organisationen. Man freue sich bereits auf die nächste Saison. Das Programm 2018 ist bereits erschienen.

Langenthaler Tagblatt

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