Zeichen der Wertschätzung

Attiswil

Jede Urne soll ihren Platz erhalten: Die Gemeinde macht den Weg frei für eine Gemeinschaftsanlage, nicht zu verwechseln mit einem Gemeinschaftsgrab.

Die letzte Ruhe im Gemeinschaftsurnengrab kommt nicht bei allen Attiswilerinnen und Attiswilern infrage.

Die letzte Ruhe im Gemeinschaftsurnengrab kommt nicht bei allen Attiswilerinnen und Attiswilern infrage.

(Bild: Thomas Peter)

Chantal Desbiolles

Zwei, später drei Grabinseln mit je 100 bis 150 Urnengräbern entstehen auf dem Attiswiler Friedhof. Hier werden nach und nach Grabplatten gesetzt, unter denen sich die Asche von Verstorbenen befindet. Den Grundstein für diese neue Anlage hat die Gemeindeversammlung am Montagabend gelegt, als sie das überarbeitete Friedhof- und Bestattungsreglement angenommen hat. Es tritt per 1. Juli in Kraft.

Bestritten wurde die neue Beisetzungsform – die offenbar einige Attiswilerinnen und Attiswiler pietätvoller finden als ein Gemeinschaftsgrab – nicht. Einen Vorstoss aus den Reihen der 31 Stimmberechtigten (von insgesamt 1083) provozierten indes die neuen Tarife.

Dass Einheimische wie Auswärtige nicht nur pro Grabplatte 450 Franken zahlen sollten, sondern darüber hinaus auch für die Beschriftung pro Zeichen zur Kasse gebeten werden sollten, befand einer als nicht fair gegenüber jenen mit generell langen oder gar Doppelnamen. Vor allem aber zeuge diese Preisgestaltung nicht von Wertschätzung «gegenüber den langjährigen Einwohnerinnen und Einwohnern, die hier gelebt und ein Leben lang Steuern gezahlt haben», erklärte Votant Urs Voser.

Seiner Argumentation folgte eine Mehrheit. Nun wird die Beschriftung pauschal 250 Franken kosten, die Platten für einheimische Verstorbene nichts mehr. Dasselbe gilt bei den Aluschildern für das Gemeinschaftsgrab. Attiswil alimentiert die Hinterbliebenen seiner Einwohnerinnen und Einwohner.

Noch nicht ausgetreten

Vorsorglich hat die Versammlung auch den Austritt aus dem Verband Gruppenwasserversorgung Unterer Leberberg (GWUL) per Ende 2019 beschlossen.

Ob sich Attiswil als eine von sieben Anschlussgemeinden künftig auf einen Wasserlieferungsvertrag beschränkt, ist damit noch nicht geklärt. Es gehe lediglich darum, die wirtschaftlichste Variante zu eruieren, erklärte Gemeindepräsident Gaudenz Schütz (SVP). Denn: «Wir haben noch keine Ahnung, wie sich das auf die Kosten auswirken würde.»

Die GWUL, in den 1980er-Jahren auf Initiative der Zellulosefabrik Attisholz ins Leben gerufen, soll restrukturiert werden. Die anderen sechs Gemeinden auf Solothurner Boden prüfen einen Anschluss an den Wasserverbund Region Solothurn. Im November wird die Attiswiler Gemeindeversammlung dann definitiv entscheiden.

Die Jahresrechnung weist ein Plus von 99'244 Franken aus, die Nettoinvestitionen beliefen sich 2017 auf 1,134 Millionen Franken. Das Eigenkapital belief sich Ende letzten Jahres auf 3,12 Millionen Franken. Fünf Kredite wurde abgeschlossen; die Abrechnungen liegen deutlich unter dem Kreditrahmen.

Langenthaler Tagblatt

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