Justistal

Auch der Alpentainer teilte Käse

JustistalWie in jedem Jahr wurde gestern zum Ende des Sommers im Justistal am Chästeilet der Käse geteilt. Unter den Beteiligten versteckte sich diesmal aber ein Überraschungsgast.

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«Der Ablauf vom Chästeilet ist eigentlich in jedem Jahr gleich», sagt Christian Stauffer, Präsident der Vereinigten Alpgenossenschaften Justistal. Gestern war es nämlich wieder so weit, und der Käse wurde im Rahmen des über 300-jährigen Anlasses unter den Bauern der Region aufgeteilt. Trotzdem erlebten die Besucherinnen und Besucher in diesem Jahr eine Überraschung: Alpentainer Marc Trauffer half zum ersten Mal mit, den Käse aus dem Spycher zu holen. Sein Engagement beschränkte sich aber nicht nur auf den gestrigen Tag.

«Der Ablauf vom Chästeilet ist eigentlich in jedem Jahr gleich.»Christian Stauffer
Präsident
Vereinigte Alpgenossenschaften

Das volle Programm

«Marc wollte diesen Sommer einfach mal erleben, wie es auf der Alp ist, und hat deshalb auch das ganze Programm mitgemacht», sagt TJ Gyger, Manager von Marc Trauffer. Aus diesem Grund wandte sich das Trauffer-Team im Frühling an die Gemeindepräsidentin von Sigriswil, Madeleine Amstutz (SVP). Trauffer mietete für den Sommer das Bergrecht inklusive Kuh Senta. «Wir haben uns im April gemeinsam das Tal angesehen, und einen Monat später half er bereits mit, das Heu abzuladen», erinnert sich Genossenschaftenpräsident Stauffer. Während seines gesamten Einsatzes im Justistal wurde Marc Trauffer von einem Kamerateam von SRF begleitet.

Chästeilet im Justistal: der Lohn des Sommers für die Bauern. Video: sda

«Unser Nationalfeiertag»

Anders als für Marc Trauffer gehört für viele Gäste der Chästeilet schon seit Jahren fest in den Terminkalender. «Der Chästeilet ist so etwas wie ein Sigriswiler Nationalfeiertag», sagt Madeleine Am­stutz. Über 2000 Leute seien laut Christian Stauffer gestern dafür ins Justistal gereist. «Am Chästeilet ist die Infrastruktur und die Logistik eine grosse Herausforderung», sagt Amstutz. «Zum Glück funktionieren der Shuttledienst und die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten sehr gut.»

Harte Arbeit

Insgesamt rund 30 Tonnen Käse wurden gestern an die Bauern verteilt. «Wir hatten einen sehr guten Sommer. Die Arbeit auf der Alp ist aber sehr anstrengend», sagt Christian Stauffer. Madeleine Amstutz kann dem nur zustimmen: «Ich habe in den Jahren 2003 und 2004 je vier Monate auf der Alp verbracht. Der Tagesablauf ist streng, und man hat wirklich nicht viel Zeit für das gemütliche Sennenleben, wie es oft besungen wird. Danach sieht man den Chästeilet mit ganz anderen Augen.»
Der nächste Chästeiletfindet am 21. September 2018 statt. (Berner Oberländer)

Erstellt: 23.09.2017, 07:00 Uhr

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