Brienzerseelauf: Das Wetter muss stimmen

Bönigen

In den Herbstferien findet jeweils einer der ältesten Läufe der Schweiz statt: der Brienzerseelauf. Das Wetter, die Strecke und die Konkurrenz sind für die Organisatoren rund um OK-Präsident Jürg Gilgen eine Herausforderung.

Bei schönstem Herbstwetter den Brienzersee entlang: Bei der letztjährigen Austragung des Brienzerseelaufs stimmten die Bedingungen.<p class='credit'>(Bild: PD)</p>

Bei schönstem Herbstwetter den Brienzersee entlang: Bei der letztjährigen Austragung des Brienzerseelaufs stimmten die Bedingungen.

(Bild: PD)

Nathalie Günter@nathalieguenter

Das Telefon läutet «öppe die» dieser Tage bei Jürg Gilgen. Der 59-Jährige ist im zweiten Jahr als OK-Präsident des Brienzerseelaufs verantwortlich, dass schliesslich alles glatt läuft. Zusätzlich kümmert sich der Böniger zusammen mit Finanzchefin Katja Schütz in diesem Jahr auch um das Sponsoring und das Marketing. Dieser Posten im Vorstand ist vakant.

«Mehrere Sponsorenvereinbarungen laufen nach dieser Ausgabe des Laufs aus», sagt Gilgen, der als Immobilienplaner beim VBS arbeitet. Die meisten hätten aber bereits signalisiert, dass sie verlängern würden. Was auf den oder die neue Marketingverantwortliche zukommen würde, ist laut Gilgen vor allem die Donatorensuche. «Diese spenden uns kleinere Beträge oder auch Sachleistungen, zum Beispiel Preise für die Jugendrennen.»

Ein Drittel des Budgets im hohen fünfstelligen Bereich sei durch die Sponsorengelder und die Beiträge der Gemeinden und der Sportförderung des Kantons gedeckt, eine Hälfte durch die Startgelder. Für den Rest sind die Einnahmen aus der Festwirtschaft eingeplant.

Ab 1000 stimmt die Rechnung

Wie viele am Samstag an der 62. Ausgabe starten werden, sei sehr wetterabhängig. «Die Anmeldungen bewegen sich im Rahmen des Vorjahres», sagt Gilgen. «Wenn das Wetter am Samstag gut ist, kommen noch ein paar mehr.» Ziel sei es jeweils, die 1000er-Marke zu knacken.

Helfen soll die neue Firmenlauf- ­Kategorie «IBI-Trophy»: Die Durchschnittszeiten der Teilnehmer beim 10-Kilometer-Lauf fliessen in die Wertung ein, dazu können sich die Teams bei einem Spiel am IBI-Stand Bonussekunden holen. «Leider bewegen sich die Anmeldungen für den Teamwettbewerb auf sehr bescheidenem Niveau.»

Wachsen wollen Jürg Gilgen und sein dreizehnköpfiges OK-Team nicht unbedingt: «Vor allem bei der Infrastruktur rund ums Schulhaus Bönigen kämen wir an unsere Grenzen.» Überhaupt sei das Angebot an Läufen mittlerweile riesig, da die Saison praktisch über das ganze Jahr gehe.

Gleichzeitig mit dem Brienzerseelauf findet zum Beispiel der sehr ähnlich aufgebaute Hallwilerseelauf an der Grenze der Kantone Aargau und Luzern statt. «Das nimmt uns viele Läufer aus der Zentralschweiz weg», sagt Gilgen. Auch weil dieser Lauf kürzer und einfacher sei.

Auf der Kostenseite steht bei einem der ältesten Läufe der Schweiz unter anderem der Shuttlebus. Dieser bringt die Halbmarathonteilnehmer nach Hofstetten und die Staffelläufer zum Forsthaus Brienz und nach Oberried. Gilgen: «Andere Läufe in der Schweiz brauchen keinen Bus.» Trotzdem werde vorerst auch hier nichts am Konzept geändert.

Der Lauf findet in den Herbstferien statt, das wirkt sich nicht nur auf die Teilnehmerzahl aus. Gilgen: «Wir benötigen 200 ehrenamtliche Helfer, das gestaltet sich manchmal schwierig.» Den Lauf deswegen später durchzuführen, sei aber keine Option. «Das Risiko, dass das Wetter schlecht ist, wird umso grösser.» Aber heuer sieht es zum Glück für die Organisatoren, Helfer und Läufer gut aus.

Berner Zeitung

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