Gemalter Scherenschnitt und türkisfarbener Ferrari

Adelboden

In der Alten Taverne in Adelboden eröffnete Björn Zryd seine Vernissage mit 54 Bildern.

Das aus der Geschichte entstandene Bild stemmte Björn Zryd an der Vernissage in die Höhe.

Das aus der Geschichte entstandene Bild stemmte Björn Zryd an der Vernissage in die Höhe.

(Bild: Rösi Reichen)

Björn Zryd aus Adelboden, 1963 geboren, hat einen Grundsatz, der schmunzeln lässt: «Stehe auf und fange an und höre auf, wenn du fertig bist.» Der Künstler ist mit seinen gemalten Kühen berühmt geworden und hat viele neue Ideen. Der Bildhauer, Maler und Gestalter arbeitet mit Holz und Stein, Eisen und Farbe und hat wieder eine Ausstellung. Diesmal stellt auch der frühere Modellbauer und heutige Verbindungskünstler Martin Bill aus dem Gwatt seine Skulpturen aus Holz in der Alten Taverne aus.

Martin Bill war nicht anwesend. Zahlreich waren hingegen die Besucher an der Vernissage am Donnerstag. Das alte, dunkle Haus hat eine eigene Ambiance. Der Elektriker habe zwei Tage lang Lichter montiert und die beiden Frauen Esther und Pia des Restaurants hätten dekoriert, lobte Björn Zryd, der sich an Folklore freut, meist überdimensionale Kunstwerke mit Geissen, Hühnern und Güggeln, Blumen, Tracht, Mutz, Treicheln und Schwingern präsentiert. Zryd wählt ungewohnte Ausschnitte und richtet das Auge auf kleine Dinge, einen elektrischen Zaun, Stacheldraht oder Wäscheklammern und malt einen Ochsner-Kübel-Deckel.

Die Scherenschnittkünstlerin Beatrice Straubhaar bekam einen überraschenden Anruf von Björn Zryd mit der Bitte: «Darf ich einen deiner ‹zämegwurggete› (zerknüllten) Scherenschnitte malen?» Am Rand des 90 × 90 Zentimeter grossen Bildes hat Zryd den Titel «Ha grad ad Beatriss xinet» senkrecht geschrieben («Jetzt habe ich gerade an Beatrice gedacht»). Das Bild hängt nun in der Alten Taverne. Bis zum Ende der Ausstellung am 12. Oktober kann man es von Donnerstag bis Samstag ab 16 Uhr bestaunen.

Der türkisfarbene Ferrari

Zryd erzählte das «Rätsel des Zweitwagens». Sein Sohn paukte an der Autoprüfung, und der Vater fand einen alten, etwas verbeulten «Chlapf» für 2000 Franken. «Mit so einem Gefährt fahre ich nie», war die Reaktion des Jünglings.

Zryd malte kurzerhand mit schwarzer Farbe Ferrari drauf, ab dann fuhr auch sein Sohn diesen sportlichen Kleinwagen, und die Zryds waren wohl die Ersten, die einen türkisfarbenen Ferrari besassen. Er erklärte dem Sohn, dass er im Ausgang nur ganz lässig den Ferrari-Schlüsselbund neben sein Getränk fallen lassen solle und die Mädchenherzen ihm zufliegen würden.

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