Jackpot und die schöne Fanny

Saanen

Pedro Lenz las im Rahmen des «Literarischen Herbsts Gstaad» in Saanen aus seinem Roman «Di schöni Fanny». Vier Gymnasiasten eröffneten den Anlass mit eigenen ­Spoken-Word-Geschichten.

In cooler Pose: Die Musikerinnen Evelyn und Kristina Brunner, die Gymnasiasten Dea Müller, Larissa Masaad, Solomon Ganter und Nicola Buchs mit Schriftsteller Pedro Lenz.

In cooler Pose: Die Musikerinnen Evelyn und Kristina Brunner, die Gymnasiasten Dea Müller, Larissa Masaad, Solomon Ganter und Nicola Buchs mit Schriftsteller Pedro Lenz.

(Bild: Anne-Marie Günter)

Fanny haut Jackpot mit Augen und Ausstrahlung um. In der Jugendherberge in Saanen lernte ein beachtlich grosses Publikum «Di schöni Fanny» kennen, die Titelfigur des 2016 erschienenen Romans von Pedro Lenz. Oder eigentlich mehr den Ich-Erzähler Jackpot und seine zwei lebenserfahrenen Malerfreunde; Fanny blieb irgendwie ein Traumbild. Jackpot recherchiert über Wetten und steht, zumindest vielleicht, vor dem Durchbruch als Schriftsteller. Er wohnt in Olten und denkt, leidet, palavert und philosophiert in Langenthaler Mundart, dem langsamsten unter den Berner Dialekten.

Pedro Lenz lässt ihn – und das scheint wie von selbst zu kommen – wortspielen, querdenken, Alltag und Tabus reflektieren. Manchmal singt er auch: den Beach-Boys-Hit «Good Vibrations» und «Ne me quitte pas» von Jacques Brel. Pedro Lenz, lang, schlaksig, trauriger Blick, macht das gut: Jackpot bekommt eine tiefe, spröde Singsprechstimme, gefühlvoll und ein bisschen selbstironisch.

Die beiden Thuner Musikerinnen Evelyn und Kristina Brunner hielten mit Schwyzerörgeli, Kontrabass und Cello dem Auf und Ab in Jackpots Gedankengängen, Dialogen und Erlebnissen ihre eigenständige, in Volksmusik wurzelnde Begleitung entgegen.

Vor dem Auftritt von Pedro Lenz am ersten Abend des diesjährigen «literarischen Herbsts» im Saanenland trugen vier Gymnasiasten ihre selber verfassten Spoken-Word-Geschichten vor. Dea Müller und Larissa Masaad befassten sich mit der frühen Kindheit in Geborgenheit, Nicola Buchs mit einer Holzhammer-Diät, und Solomon Gander trug eine sprachlich sehr gut gemachte Persiflage auf das TV- Angebot und den TV-Konsum vor.

Der literarische Herbst

Heute finden Lesungen von Henriette Vasarhelyi, Marion Poschmann, Klaus Merz und Karin Peschka im Kleinen Landhaus in Saanen und von Martina Clavadetscher und Lukas Bärfuss im Hotel Le Grand Bellevue Gstaad statt. Morgen steht ein literarischer Spaziergang mit Marion Poschmann auf dem Programm, um 13.45 Uhr liest Jonas Lüscher und um 14.30 Uhr Bruno Ganz aus den «Liebesgeschichten» von Robert Walser.

Berner Oberländer

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