Wer möchte im 285 Jahre alten Pfarrhaus wohnen?

Brienz

Dezent renovierte Räume mit Atmosphäre und Blick auf den Brienzersee: Eine Pfarrhaus-Wohnung war zur Besichtigung offen.

Einer der Räume der aufwendig renovierten Vierzimmerwohnung im Pfarrhaus Brienz, die bald vermietet werden soll. Foto: Monika Hartig

Einer der Räume der aufwendig renovierten Vierzimmerwohnung im Pfarrhaus Brienz, die bald vermietet werden soll. Foto: Monika Hartig

Eine Vierzimmer-Altwohnung mit Eichenholzfussboden, Sprossenfenstern, riesigem Estrich und Blick auf den Brienzersee: Im ersten Obergeschoss des Brienzer Pfarrhauses ist ein wohnliches Bijou entstanden. Am Samstag stand die mit Fussbodenheizung ausgestattete, etwa 140 Quadratmeter grosse Wohnung an der Chilchgasse Interessierten zur Besichtigung offen. Zahlreiche Einwohner nutzten die Gelegenheit, sich die in dezentem Grau gehaltenen Räume mit moderner Küche anzu­sehen. Die Renovationsarbeiten im 285 Jahre alten Pfarrhaus hatten über zwei Jahre gedauert. Federführend war dabei Architektin Alexandra Bonazzi von Hofschneider Architekten, Thun.

Kirchgemeinderatspräsident Hans Huggler gab den Besuchern Auskünfte. Huggler sprach etwa über die strikten Vorgaben der kantonalen Denkmalpflege bei der Renovation. Diese generierten, etwa beim Erhalt der alten Wandpaneele, einen höheren Aufwand und höhere Kosten. Auch mussten die unter Verputz liegenden Wände und Deckenbalken in der Diele aufwendig freigelegt werden. «Eine tagelange Arbeit mit hohen Lohnkosten», so Huggler, der unzählige Arbeitsstunden in das Projekt investierte. Die Renovationskosten des gesamten Hauses von 1,3 Millionen Franken bezahlt die evangelische Kirchgemeinde.

Alte Zimmermannskunst

Daran wird sich die Denkmalpflege voraussichtlich mit etwa 145000 Franken beteiligen, wegen des zusätzlichen Aufwands zur Erhaltung der historischen Teile des Hauses. Beim Aussenaufgang zur Wohnung wurde eine neue Holztreppe installiert. Über die gesamte Wohnfläche des Hauses, in dessen Erdgeschoss Pfarrer Christian Weber wohnt, zieht sich ein Estrich, der zur Wohnung gehört. «Das Dachgebälk ist alte Zimmermannskunst», weiss Hans Huggler. Die Wohnung soll per Anfang Jahr zur Vermietung ausgeschrieben werden. «Wir wünschen uns Mieter, die sich hier wohlfühlen, und dass das Zusammenwohnen mit dem Pfarrer funktioniert», so Huggler. Die Höhe des Mietzinses wird noch bestimmt.

Bevor neue Mieter einziehen können, ist jedoch noch eine Hürde zu nehmen: Da das Pfarrhaus ursprünglich in der Zone für öffentliche Nutzung lag, darf die Kirchgemeinde bis anhin keinen privaten Wohnraum anbieten. An der Gemeindeversammlung im Dezember wird darüber abgestimmt, ob das Haus in die Wohnzone umgezont werden kann. Huggler: «Wir gehen davon aus, dass das durchkommt.»

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