«Wir tun dies zur Sicherheit aller»

Zwei Wochen lang gibt es zwischen Beatenbucht und Sundlauenen kein Durchkommen. Die Bereiche über der Staatsstrasse werden gesäubert. Zwei Verantwortliche erklären die Notwendigkeit dieser Massnahmen.

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Nach den tiefen Minusgraden der Schneefall. Für die 15 Strassen- und Forstarbeiter am oberen rechten Thunerseeufer kein Thema. Sie erledigen ihren Job auch bei misslichsten Bedingungen routiniert und effizient: Noch bis zum nächsten Freitag beseitigen sie objektive Gefahren aller Art vom Bereich der Kantonsstrasse. Das Waldstück im Bereich zwischen Zwölfichrachen und Weid wurde letztmals vor zehn Jahren einer umfassenden Sicherheitsholzerei und einer Felsreinigung unterworfen. «Entsprechend viele lose Felsbrocken und Steine liegen unter dem zunehmenden Wurzeldruck der Bäume mehr oder weniger lose im ganzen Gelände verteilt herum. Sie sind eine echte Bedrohung für den über die Staatsstrasse führenden Durchgangsverkehr», erklärt Christian Hulliger.

Der Gruppenführer des kantonalen Tiefbauamtes ist zuständig für die Felsreinigungsarbeiten und koordiniert zugleich die drei momentan laufenden Baustellen zwischen Beatenbucht und Sundlauenen. Drei Baustellen, an welchen von der Burgergemeinde Oberhofen über den Staatsforstbetrieb, die Gemeinde Beatenberg und die Genossenschaft Beatushöhlen bis hin zur Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion mehrere Entscheidungsträger und Verantwortliche beteiligt sind.

Vereinzelte Sprengungen

Rund 750 Kubikmeter Holz werden unter der Gsteiglefluh in diesen Tagen entfernt – in den steilsten und unwegsamsten Bereichen durch die Luft mit dem ­Helikopter. Auch eineinhalb Kilometer weiter westlich ist unterhalb der Wolhusenfluh die Schutzwaldpflege in vollem Gang, genau so wie beim dazwischen liegenden Chrutbach unter der Balmfluh. Gleichzeitig laufen zwischen den Galerien des Zwölfichrachen und des Fitzligrabens intensive Felsreinigungen. In der nächsten Woche werden möglicherweise auch vereinzelte Sprengungen von absturzgefährdeten Felsblöcken nötig.

«Zu ihrer eigenen Sicherheit»

Es versteht sich von selbst, dass eine Aufrechterhaltung des Durchgangsverkehrs unter den gegebenen Umständen nicht möglich ist. So ist die direkte Strassenverbindung zwischen Beatenbucht und Sundlauenen seit Montagmorgen und bis zum nächsten Freitagabend werktags für den Verkehr gesperrt. Davon ausgenommen sind die Buslinie Thun–Interlaken der STI und die Blaulichtszene. Die Werkzufahrt Balmholz ist von Thun her erreichbar. Jeweils von 18 Uhr bis 7.30 Uhr ist die Strecke nachts offen. Ausnahmen: In der Nacht auf nächsten Dienstag und Mittwoch ist die Kantonsstrasse in Gunten in der Seehalte wegen einer Baustelle auch von 22 Uhr bis 5.30 Uhr gesperrt. Möglicherweise gibt es auch nach dem 9. März noch vereinzelte Einschränkungen wie einspurige Passagen.

Die zweiwöchige Strassensperrung stösst bei vielen Leuten auf Unverständnis: «Jeden Tag bekommen wir Dutzende Telefonanrufe und E-Mails von erbosten Bürgern. Dies, obwohl wir frühzeitig via Publikationen, Radio, Medien und mit Flugblättern auf die bevorstehenden Einschränkungen hingewiesen und die Sperrung bereits über eine Woche im Voraus signalisiert haben», sagt Strasseninspektorin Ricarda Bender-Gàl. Auch Christian Hulliger stellt den Trend zu immer weniger Toleranz fest. «Dabei vergessen viele, dass wir diese Arbeiten nur zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer ausführen.» Und so appellieren sowohl Bender als auch Hulliger an das Verständnis von allen: «Wir sorgen dafür, dass Ihr sichere Strassen habt.»

Wanderer ignorieren Sperre

Was bei der herrschenden Kälte und dem Schneefall der letzten Tage kaum vorstellbar ist: Auch für die Sicherheit der Fussgänger muss gesorgt werden, denn «da standen doch Anfang Woche trotz Warnschildern und gespannten Absperrbändern plötzlich tatsächlich Wanderer mitten auf der Baustelle», sagt Christian Hulliger. Und so mussten nebst der ­bereits an der Strasse im Einsatz ­stehenden, mit Funkgeräten ausgerüsteten acht Wachposten noch zwei zusätzliche am Panoramaweg und bei der Schiffstation aufgestellt werden.

Die Frage der Ästhetik

Reaktionen aus der Bevölkerungen zeigen immer wieder, dass viele Leute auch aus optischer Sicht Mühe damit haben, dass die Strassen- und Forstverantwortlichen wiederholt sämtliche im Bereich von zwei Baumlängen stehenden Bäume fällen und nur noch Baumstümpfe übrig bleiben. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass bereits kurze Zeit nach solchen Eingriffen ein dichter Jungwald heranwächst. Beispiel Brandwald an der A 8 westlich von Iseltwald, wo vor neun Jahren ein Kahlschlag den grossen Unmut der Bevölkerung auf sich gezogen hatte: Heute steht dort ein dichter Mischwald, der die Nationalstrasse vor Steinschlägen und Erdrutschen schützt. (Berner Oberländer)

Erstellt: 02.03.2018, 20:33 Uhr

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