«Alleingelassen und fremdbestimmt»?

Leissigen

Wichtige Geschäfte, die nicht auf der Traktandenliste standen, bildeten Schwerpunkte der Gemeindeversammlung. Projekte wie die Streckenführung der BLS, die geplante Buslinie Spiez–Interlaken, die Erneuerung der Schiffanlegestelle werfen Fragen auf.

Der öffentliche Verkehr beschäftigte die Anwesenden an der Gemeindeversammlung in Leissigen.

Der öffentliche Verkehr beschäftigte die Anwesenden an der Gemeindeversammlung in Leissigen.

(Bild: Markus Hubacher)

Die traktandierten Geschäfte benötigten kaum eine Viertelstunde. Die 41 Stimmberechtigten genehmigten ohne Diskussion das Budget 2018. Dieses sieht bei einem Gesamtaufwand von 4,9 Millionen Franken ein Defizit von rund 90'000 Franken vor.

Grössere Ausgabeposten sind im allgemeinen Haushalt, bei der Wasserversorgung und bei der Abfallbeseitigung zu erwarten. Die im Budget 2018 vorgesehenen Investitionen betragen rund 300'000 Franken. Der Um- und Ausbau des Feuerwehrmagazins mit 140'000 Franken und verschiedene Projekte rund um die Schule mit total 85'000 Franken zählen zu den grössten Vorhaben. Die Gemeindesteuern mit einem Satz von 1,9 sowie alle Gebühren bleiben unverändert.

Einstimmig genehmigt wurde auch das Reglement über die Mehrwertabgabe bei Neueinzonungen von Bauland sowie die Neufassung des Datenschutzreglements.

Bahn, Bus, Schiff

Weit grössere Sorgen bereiten den Leissiger Bürgern Geschäfte rund um den Verkehr. «Die Streckenführung der BLS, die Zukunft rund um den Bahnhof stecken mitten in den Verhandlungen. Eine Reihe von baulichen Anliegen konnte bereinigt werden. So etwa die Verkürzung der Kreuzungsstelle von 1050 Meter auf fast die Hälfte von 560 Metern.

Auch die Beibehaltung der Personenunterführung beim Bahnhof – ergänzt durch eine Rampe ­– wird vorgesehen», erläuterte Gemeindepräsident Bruno Trachsel. Doch die Streckenführung der BLS ist nur ein Projekt von mehreren, die das Bild und mit ihr die Qualität der Gemeinde erheblich verändern werden. Sorgen und Ängste bereitet auch die Angebotsplanung Bus mit durchgehendem Busbetrieb zwischen Spiez und Inter­laken. Hier scheinen viele Fragen noch nicht beantwortet.

«Eine kleine Gemeinde wie Leissigen hat keine Lobby und kann nicht auf die Unterstützung durch die Regionalkonferenz Oberland-Ost rechnen. Wir fühlen uns alleingelassen bei all unseren Anliegen, fremdbestimmt», lautete ein Votum aus der Versammlung, stellvertretend für andere besorgte und erzürnte Stimmbürger.

Trachsel: «Wir bleiben dran»

Das Gleiche gilt bei der Frage der Thunerseeabsenkung im Winter oder bei der Wiederherstellung der Schiffanlegestelle. Enttäuschung macht sich breit. «Aber wir bleiben dran, mit uns muss noch gerechnet werden. Wir werden alles daransetzen, ein Maximum zugunsten unserer Gemeinde, unserer Lebensqualität zu erreichen», versichert Bruno Trachsel.

Berner Oberländer

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