Alte Jazzer wissen immer noch, wie es geht

Auch bei ihrem zehnten Auftritt an der Lenk animiert die vor 66 Jahren gegründete Formation Barrelhouse Jazzband aus Frankfurt am Main das Publikum zu Begeisterungsstürmen.

Die Barrelhouse Jazzband wusste an den 31. Jazztagen Lenk zu begeistern.

Die Barrelhouse Jazzband wusste an den 31. Jazztagen Lenk zu begeistern.

(Bild: PD/Andreas Beer)

Je älter, desto besser trifft auf die Barrelhouse Jazzband voll zu: Leader Reimer von Essen (Klarinette) ist bereits 78 Jahre alt. Wie gewohnt führte er mit viel Umsicht und Können durch das Programm. Altersmässig wird er noch von Trompeter Horst Schwarz, der die Stücke der Band arrangiert, und Saxofonist Frank Selten, der den Start zum zweiten Set verpasst hatte und deshalb einen tollen Spurt auf die Bühne hinlegte, übertroffen. Beide sind schon 80 Jahre alt. Bereits 1968 verlieh die Stadt New Orleans der Barrelhouse die Ehrenbürgerwürde.

Die Band gab auf sie zugeschnittene Stücke von Jelly Roll Morton, Ella Fitzgerald, Clarence Williams, Duke Ellington, King Oliver, Fats Waller, Mezz Mezz­row, Henry «Red» Allen und sogar Paul McCarthy zum Besten.

Zu begeistern wusste auch Lindy Huppertsberg am Kontrabass und als Sängerin. Sie ist 2014 zur Band zurückgekehrt, nachdem sie bereits 1979 bis 1989 zusammen mit ihrem verstorbenen Mann bei der Barrelhouse gespielt hatte. Mit Christof Sänger spielt in der Band ein Pianist, der an einer Musikhochschule lehrt und bereits Opern komponiert hat.

Bandleader lobt Publikum

«Musik darf nie langweilig sein», erklärt von Essen, der die Lenk als einen seiner Lieblingskonzertorte bezeichnet. «Da wir in Ascona nicht mehr gefragt sind, spielen wir umso lieber an der Lenk.» Mit dem Stück «The Barrelhouse Show Boat» beendete von Essen den Auftritt. «Es war ein Superkonzert, denn das zahlreiche Publikum machte begeistert mit», meinte der Bandleader abschliessend.

«Da wir in Ascona nicht mehr gefragt sind, spielen wir umso lieber an der Lenk.»Reimer von EssenLeader Barrelhouse Jazzband

Nun eine Kreuzfahrt

Ihren nächsten Auftritt hat die Band im August in einem Kloster in Nordrhein-Westfalen, dann folgt eine lange Pause, bevor im Herbst eine mehrwöchige Kreuzfahrt auf dem Rhein von Köln nach Amsterdam folgt. «Dafür überarbeiten wir unser ganzes Repertoire.»

Bandleader Reimer von Essen lobte das Publikum. (Bild: PD/Andreas Beer)

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