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Bedingte Strafe für zu schnellen Töfffahrer

Er war wieder zu schnell unterwegs. Am Mittwoch wurde ein 52-jähriger aus dem Kanton Zug vom Regionalgericht Oberland zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 13 Monaten verurteilt.

Wiederholt war ein Mann aus Zug im Oberland mit seinem Motorrad zu schnell unterwegs. Vor Gericht erhielt er nun die Quittung. (Symbolbild)
Wiederholt war ein Mann aus Zug im Oberland mit seinem Motorrad zu schnell unterwegs. Vor Gericht erhielt er nun die Quittung. (Symbolbild)
Fotolia

Am Sustenpass in der Nähe von Gadmen ist die Strasse sehr übersichtlich und lädt zum Rasen ein. Darum werden dort immer wieder Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. So auch am 4. Juli 2016. Der Mann aus Zug wurde damals mit dem Motorrad geblitzt. Er hat die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 67 Stundenkilometer überschritten. Eine Woche später wurde er in Merligen geblitzt, da war er 38 km/h zu schnell gefahren.

Dem Mann wurde aber auch Urkundenfälschung und Missbrauch von Ausweisen und Schildern sowie das Fahren ohne Fahrzeugausweis und ohne Haftpflichtversicherung vorgeworfen. Er besitzt zwei identische Motorräder. An einem der beiden hat er die Fahrgestellnummer abgeändert, sodass beide Töffs die gleiche Fahrgestellnummer aufweisen. Er behauptete bei den Befragungen, er sei nicht selber gefahren. Weitere Aussagen zum Vorfall verweigerte er.

Wer fuhr den Töff?

Der Staatsanwalt ging davon aus, dass der Zuger selber auf dem Töff sass. Auf den Radarbildern sei die Statur des Mannes zu erkennen, der zudem genau die Kleidung und den Helm trug, welche bei der Hausdurchsuchung in der Garage des Mannes gefunden wurden.

Die Auswertung des Telefonverkehrs zeigte, dass das Natel des Mannes um 9.40 Uhr auf dem Susten eingeloggt war und zwei Stunden später im Raum Hergiswil. Das passe sehr gut. Das Verändern der Fahrgestellnummer sei als Urkundenfälschung zu bewerten, und weil er für die beiden Motorräder nur einen Fahrzeugausweis besass, habe er unrechtmässig das Nummernschild abwechselnd für beide Räder benutzt.

«Er war es nicht» . . .

. . . sagt die Verteidigung. Der Vergleich der Fotos zeige, dass der Fahrer einen andern Helm getragen habe. Auch andere Personen hätten Zugang zu den Motorrädern gehabt, und darum wisse der Beschuldigte nicht, wer damals mit dem Töff unterwegs war. Eine Fahrgestellnummer sei keine Urkunde, sondern ein Kennzeichen, damit ein Gerät vom andern unterschieden wird. Auch könne man auf den Bildern nicht eindeutig erkennen, welche Maschine gefahren wurde. Man müsse den Mann deshalb freisprechen.

Schuldig gesprochen

Der Gerichtspräsident sah es als erwiesen an, dass der Mann selber gefahren sei. Einzig der Vorwurf der Urkundenfälschung wurde fallengelassen. «Er hat die Nummern getauscht, das ist klar. Aber ein Kontrollschild ist keine Urkunde», erklärte der Richter. Er verurteilte den Mann zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 13 Monaten bei einer Probezeit von vier Jahren, denn der Mann ist schon mehrfach zu schnell gefahren und erwischt worden.

Wegen Missbrauchs von Ausweisen und Schildern und Fahrens ohne Haftpflichtversicherung muss er eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 30 Franken bezahlen. Eine frühere Strafe wird widerrufen. Der Mann wird den Führerausweis für mindestens zwei Jahre abgeben müssen.

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