Betrügerin muss viereinhalb Jahre ins Gefängnis

Eine Oberländerin wurde wegen Veruntreuung, Urkundenfälschung und Geldwäscherei verurteilt.

Eine 39-jährige Schweizerin aus dem Berner Oberland veruntreute zum Nachteil von drei Firmen Vermögenswerte von insgesamt 4,15 Millionen Franken, was sie zum grössten Teil bestritten hat. Zudem hat sie sich der Urkundenfälschung und der Geldwäscherei schuldig gemacht.

Am Mittwoch erfolgte die Urteilseröffnung. Das in Fünferbesetzung unter der Leitung von Gerichtspräsident Jürg Santschi tagende Kollegialgericht fand es aufgrund von Bankbelegen, der Buchhaltung, Aussagen von Mitarbeitenden der betroffenen Firmen, Videoüberwachung und einer Hausdurchsuchung als erwiesen an, dass die Beschuldigte die Delikte begangen hat. Als weiteren Beweis erachtete das Gremium den Umstand, dass die Frau, trotzdem sie einmal voll krank geschrieben war, zu 50 Prozent weiter arbeitete. Dies habe sie getan, damit ihre betrügerische Tätigkeit nicht ans Tageslicht komme.

Auch die Geldwäscherei betrachtete das Gericht als erfüllt. Dafür spricht, dass ihr damaliger Freund aus dem Nahen Osten einen von ihr erhaltenen Betrag von mehr als einer halben Million Franken im Tresor eines Hotels deponierte. Das Geld wurde später in sein Heimatland transferiert.

Unbedingte Freiheitsstrafe

«Warum begeht eine intelligente Frau, die seit vierzehn Jahren als Buchhalterin und Stellvertreterin des Finanzchefs bei der gleichen Firma tätig war, plötzlich solche Straftaten?», sinnierte Santschi im Verlauf der Urteilsbegründung. Die Antwort steht in den Sternen. Das Gericht erklärte die Frau schuldig der Veruntreuung, der Urkundenfälschung und der Geldwäscherei, alles mehrfach begangen.

«Aufgrund der hohen Deliktsumme von 4,15 Millionen Franken fällt eine teilbedingte Strafe ausser Betracht», sagte der Gerichtspräsident bei der Urteilseröffnung. Die Beschuldigte wurde zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 279 Tagen, zu einer Ersatzforderung von 42'900 Franken und zu Verfahrenskosten von 42'824 Franken verurteilt.

Zudem hat sie der Straf- und Zivilklägerin einen Schadenersatz von 3,597 Millionen Franken und eine Parteientschädigung von 24'876 Franken zu leisten. Der beschlagnahmte Geldbetrag von 390'000 Franken wird der geschädigten Firma ausgehändigt. Zudem werden verschiedene Vermögenswerte eingezogen und der geschädigten Firma zugesprochen.

Gegen das Urteil kann innert 10 Tagen seit Eröffnung des Dispositivs beim Regionalgericht Oberland Berufung angemeldet werden.

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