Zum Hauptinhalt springen

Boltigen benötigt fast 3 Millionen für Wasserprojekte

2,75 Millionen für die Wasserversorgung Schwarzenmatt und 165'000 Franken für die Kanalisationsleitung im Baugebiet Wydem: Das weckt Interesse in Boltigen. Rund 70 Personen kamen an die Orientierung.

Die Erneuerung der Wassertransportleitung ist vom Gorpeli/Farni her zum Brunnenhaus (l.) und weiter nach Schwarzenmatt projektiert.
Die Erneuerung der Wassertransportleitung ist vom Gorpeli/Farni her zum Brunnenhaus (l.) und weiter nach Schwarzenmatt projektiert.
Fritz Leuzinger

Gemeinderat Adrian Bieri gab sich überrascht: «Etwa 70 Personen besuchten die Orientierung – mehr als oft an einer Gemeindeversammlung anwesend sind, das ist doch positiv.» Bieri ist zuständig fürs Ressort Umwelt in der Gemeinde Boltigen.

Am Mittwochabend wurde öffentlich über die beiden Projekte Wasserversorgung Schwarzenmatt und zur Abwasserentsorgung Wydem informiert: Über beide Projekte muss die ausserordentliche Gemeindeversammlung am Mittwoch, 3. April, um 20 Uhr noch befinden. Es geht gesamthaft um fast 3 Millionen Franken.

Druckabfall ist spürbar

Das Projekt zur Erneuerung der Wassertransportleitung Gorpeli–Schwarzenmatt ist Bestandteil der im Mai 2012 beschlossenen generellen Wasserversorgungsplanung von Boltigen und daher behördenverbindlich.

Im Siedlungsgebiet Schwarzenmatt sind die heute aktuellen Druckverhältnisse nicht gesetzeskonform. Bei einem Löscheinsatz ist ein Druckabfall spürbar, und die Wasserreserven sind ungenügend. Auch ist der Quellschutz im Chlus zur Reinhaltung des Wassers nicht umsetzbar. Zudem gibt es keine Alternative bei einem Versorgungsausfall.

Die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung und der Löschwasserreserve für die dezentralen Siedlungsgebiete Schwarzenmatt, Taubental und Adlemsried der Gemeinde Boltigen erfordert eine Erneuerung der Wassertransportleitung.

Im Störfall könnte die Versorgung für Schwarzenmatt von Adlemsried her mit den Quellen Eggmattli gewährleistet werden.

Im Projekt der Theiler Ingenieure AG Zweisimmen ist auch ein Ersatz des Leitungsnetzes im Dörfli Schwarzenmatt eingeplant. Der Kostenvoranschlag ist bei 2,75 Millionen Franken. An die für Boltigen doch grosse Investition werden durch das kantonale Amt für Wasser und Abfall Subventionen von 650'000 Franken erwartet.

Gemeinderat Adrian Bieri: «Ein entsprechendes Gesuch wird raschmöglichst eingereicht. Noch offen sind im Weiteren neue Quellfassungen, deren Dringlichkeit jedoch unbestritten ist.» Der Baubeginn ist im Sommer 2020 geplant, der Bau dürfte in mehreren vegetationsgerechten Etappen etwa drei Jahre dauern.

Zustand bedenklich schlecht

Auch die Abwasserentsorgung ist bekanntlich eine Gemeindeangelegenheit. Die Gemeinde Boltigen ist im Kanalisationswesen erschliessungspflichtig. Nördlich von Boltigen werden im Gebiet Wydem verschiedene neue Bauten entstehen. Den Anfang macht das publizierte Zweifamilienhaus.

Involviert ist auch das Bauvorhaben des Fernheizungsgebäudes Knutti. Die bestehende Abwasserleitung hat extrem wenig Gefälle und eine verwinkelte Linienführung. Zudem ist ihr Zustand bedenklich schlecht und zu klein. Der Erneuerungsplan sieht vor, eine fast 200 Meter lange und den geforderten Dimensionen entsprechende Kanalisationsleitung zu bauen.

Gemeinderat Bieri hat keine Bedenken: «Dem Kanalisationsvorhaben mit Kosten von 165'000 Franken dürfte zugestimmt werden. Der Baubeginn ist in diesem Sommer vorgesehen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch