Bond im Schilthorn-Schnee

Interlaken

James Bond und der Schnee. 1969 war das Schilthorn sein Piz Gloria. Vor allem für Stefan Zürcher eine nachhaltige Begegnung mit dem Film.

Die Podiumsrunde zum Thema «Piz Gloria – Ein Berg macht Karriere» (v.l.): Annelis Stähli (Hotel Eiger Mürren), Pierre Hirsinger (Buchautor), Peter Feuz (VR-Präsident Schilthornbahn), Carmen Hess (Moderatorin), Jürg Furter (Chairman Aston Martin Owners Club) und Stefan Sürcher (Stuntman).

Die Podiumsrunde zum Thema «Piz Gloria – Ein Berg macht Karriere» (v.l.): Annelis Stähli (Hotel Eiger Mürren), Pierre Hirsinger (Buchautor), Peter Feuz (VR-Präsident Schilthornbahn), Carmen Hess (Moderatorin), Jürg Furter (Chairman Aston Martin Owners Club) und Stefan Sürcher (Stuntman).

(Bild: Bruno Petroni)

Im graublauen Ganzkörperanzug kurvt James Bond über die Buckelpiste auf dem Schilthorngipfel. Verfolgt von Blofelds privaten Skisoldaten in Orange. Einer stürzt mit lautem Schrei über die Fluh hinunter ins Lauterbrunnental. Das war Stefan Zürcher. Jetzt stand er an den James-Bond-Jubiläumstagen Interlaken auf der Kunsthausbühne.

Das Thema des Podiumsgesprächs: «Ein Berg macht Karriere». Der Berg: das nicht ganz 3000 Meter hohe Schilthorn, aussichtsmässig top gelegen. «Als das James-Bond-Team kam, war es ein dreckleider Tag, nur Nebel. Kurz vor der Abfahrt riss dieser auf, und das Alpenpanorama tauchte in voller Schönheit auf», sagte Peter Feuz, Verwaltungsratspräsident der Schilthorn Bahn AG.

Damit war der Gipfel, den es für den Film «On Her Majesty’s Service» brauchte, gefunden. Das Drehrestaurant der jungen Bahn, der das Geld auszugehen drohte, konnte ausgebaut werden, die Filmemacher durften das Dekor selber bestimmen. «Zehn Jahre hatten wir ein perfektes Gratismarketing», sagte Feuz. Offiziell umgetauft wurde der Berg nicht. «Piz» gehörte laut Landestopografie zu Graubünden, und Gloria war schon gar kein Bergname.

Piz ins Oberland verlegt

Der französische Autor Pierre Hirsinger, profunder Kenner des James-Bond-Autors Jan Fleming, erzählte, dass dieser tatsächlich das Engadin im Blick hatte, als er die Story schrieb. Für die auserwählte Schilthorn-Region wurde die Drehzeit spannend. Die junge Mürrener Hotelière Annelis Stähli arbeitete fast Tag und Nacht. «Wir haben es gern gemacht», sagte sie. Und sie erinnerte sich, dass die Stuntmen gleichzeitig bedient werden wollten wie die Produzenten. Und dass sie, als sie auf den Schneemangel hinwies, zur Antwort bekam: «Es ist ein James-Bond-Film, wir machen Schnee.»

Was an Schnee, Eis, Autos, Flugzeugen oder Motorrädern so alles gemacht wird, weils ein James-Bond-Film ist, stellte Stefan Zürcher in spannenden Filmsequenzen vor. Auf dem Schilthorn wars grandioses Skifahren – mit Alfred Zurschmiede als James Bond. Stuntman Zürcher blieb bei den Bond-Filmen, wurde Regieassistent, Location Manager, Produktionsleiter. Live, ohne Tricks, stieg in «Golden Eye» (1995) ein Stuntman von einem fliegenden Motorrad in der Luft in ein Kleinflugzeug um. Drehort mit entsprechenden Rampen war der Tällistock. In «Spectre» (2015) wars anders: die Range Rover der Bösewichte fuhren auf Kies, nur leicht beschneit, durch die berühmte Waldschneise.

Das sie verfolgende Bond-Flugzeug wurde an Spezialseilen und Pneukranen durch die Baumwipfel geführt, Räder und Flügel mit Sprengladungen weggesprengt, der finale Crash rückwärts gedreht. «Das Wichtigste ist die Sicherheit», sagte Zürcher. Zur Faszination Bond gehört auch das Auto, und laut Jürg Furter, Chairman Aston Martin Owners Club, fuhr er im «Dienste Ihrer Majestät» das richtige.

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