Burger stellten zweimal Weichen

Wilderswil

Die Burgerversammlung stimmte dem Gemeindeverband Forst Lütschinentäler zu und beschloss eine weitere Sanierungsetappe für das Hotel Hirschen.

Insgesamt sprach die Burgerversammlung Wilderswil Kredite von 1,14 Millionen Franken.

Insgesamt sprach die Burgerversammlung Wilderswil Kredite von 1,14 Millionen Franken.

(Bild: Fritz Lehmann)

705 Hektaren Wald hat die Burgergemeinde Wilderswil, und praktisch alles ist Schutzwald – entweder fürs Siedlungsgebiet oder für Bahn und Strasse. «Das ist auch in unseren Nachbar­gemeinden Gsteigwiler, Gündli­schwand, Lütschental sowie ­Lauterbrunnen so», sagte Burgerpräsident Ueli Vögeli an der Burgerversammlung vom Freitag.

Damit diese Schutzwälder ­effizienter gepflegt und bewirtschaftet werden können, haben die fünf Burger-, respektive Gemeinderäte zusammen mit ihren Förstern und weiteren Fachleuten in den letzten zwei Jahren die Gründung eines Gemeindeverbandes für einen gemeinsamen Forstbetrieb vorbereitet.

«Die grossen Holzschläge sollen weiterhin an Forstunternehmen aus der Region vergeben werden», erklärte der Förster Stefan Biermann. «Aber gemeindeübergreifend können sie besser geplant und günstiger ausgeführt werden.» Zudem werde die gemeinsame Forstequipe gross genug dafür, kontinuierlich einen stabilen Wald zu pflegen und schnell einzugreifen, wenn wie jetzt viel Sturmholz am Boden liegt und gerüstet werden muss, bevor sich die Borkenkäfer massenhaft vermehren. Und schliesslich kann ein Betrieb dieser Grösse auch regelmässig Lehrlinge ausbilden.

Ja trotz Wermutstropfen

Das alles sahen die 22 Wilderswiler Burger an der Versammlung vom Freitag ein. Zufrieden nahmen sie auch zur Kenntnis, dass die bewährte Zusammenarbeit mit den Burgergemeinden Matten und Iseltwald weiterhin mit Leistungsverträgen geregelt werden soll. Aber dass Lauterbrunnen Sitzgemeinde werden und der Forstbetrieb aus dem schönen Wilderswiler Forsthaus ausziehen soll, machte einigen schwer zu schaffen.

Doch die Aussicht auf fortgesetzte finanzielle Stabilität, die seriöse Vorbereitung des Geschäfts und das Vertrauen in die gute Arbeit der Förster Stefan Biermann und Ralf Schai überzeugten schliesslich die Mehrheit. Bei wenigen Enthaltungen und ohne Gegenstimmen genehmigte die Versammlung das Organisationsreglement und sprach 150'000 Franken für das Grundkapital des neuen Forstbetriebs.

Ebenfalls schon zugestimmt haben Gsteigwiler und Gündlischwand (siehe Kasten); am 18. Juni entscheidet Lauterbrunnen, am 22. Lütschental. Sagen alle Ja, wird sich eine Arbeitsgruppe der Wilderswiler Burger mit der künftigen Nutzung ihres Forsthauses beschäftigen.

Hotelsanierung kommt voran

Ja sagte die Versammlung auch zu einem Kredit von 990'000 Franken, damit das Erdgeschoss des Hotels Hirschen samt Küche, Gaststube und sanitären Anlagen saniert werden kann. «Wir haben uns auf das Notwendige beschränkt, aber wir machen nichts Billiges», sagte Burgerrat Niklaus Sterchi. Im Kredit enthalten ist auch die Entschädigung für die viermonatige Schliessung während der Bauarbeiten, die Mitte Januar 2019 beginnen sollen.

Die Rechnung 2017 schloss nach Abschreibungen mit 113'095 Franken Ertragsüberschuss, der je etwa zur Hälfte in der Forstverwaltung und im Burgergut erwirtschaftet worden war. Die Versammlung genehmigte die Rechnung. Weiter beschloss sie einen neuen Baurechtsvertrag für eine Parzelle auf der Dorf­matta. Mit Applaus begrüsst wurde Claudia Rubin, die neue Se­kretärin und Stellvertreterin von Burgerschreiberin Daniela Glaus.

Berner Oberländer

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