Das Alpine Palace hat einen neuen Besitzer

Mürren

Die Palace Avenir AG hat das Hotel vom Konkurs­amt übernommen. Zum Preis gibt es keine Angaben.

Das altehrwürdige Hotel Palace in Mürren hat neue Besitzer.

Das altehrwürdige Hotel Palace in Mürren hat neue Besitzer.

(Bild: Fritz Lehmann)

Eine Überraschung war es letztlich wohl nicht mehr, und dennoch markiert die Meldung, die gestern Nachmittag versandt wurde, einen Wendepunkt in der jüngsten Geschichte des ehemals renommierten Hauses. «Die Liegenschaften des ehemaligen Hotels Palace in Mürren konnten im Laufe des Novembers durch die Palace Avenir AG vom Konkursamt erworben werden.

Die Transaktion erfolgte im Rahmen eines Freihandverkaufs», heisst es in der Meldung der AG, die sich selbst als «Gruppe von lokalen und externen Freunden von Mürren» bezeichnet und deren Geschäftsführer Samuel Bichsel ist. Der spricht von einem «weiteren Etappenziel», das man mit dem Erwerb des Hauses erreicht habe, denn man sei sich ziemlich sicher gewesen, dass der Plan aufgehe.

Dieser sah vor, dass die Palace Avenir AG, die bereits die umfassende Nutzniessung erworben hatte, nun auch die Liegenschaft als solche übernehme. Und nachdem bei einer Versteigerung im Juli niemand bereit gewesen war, das Mindestgebot von einer Million Franken zu bezahlen (wir berichteten), kam es nun zum Verkauf ohne Mindestgebot, bei dem theoretisch ein Franken für den Zuschlag gereicht hätte. Wie viel die «Freunde von Mürren» tatsächlich aufgewendet haben, dazu wollte Samuel Bichsel gestern keine Angaben machen.

22 Zimmer werden vermietet

Das nun von allen rechtlichen Altlasten befreite Hotel werde in einer Übergangsphase als «Pop-up Lodge» betrieben, schreiben die Besitzer. «Es wurden dazu im Hotel 22 Zimmer zweckmässig renoviert. Réception und Frühstücksraum, Hallenbad, Wellness- und Fitnesseinrichtungen befinden sich im Alpinen Sportzentrum.»

Die 23 Zimmer des Personalhauses wurden ebenfalls in Betrieb genommen und werden ausgemietet. «Als Nächstes soll nun zusammen mit externen Projektentwicklern bis Mitte 2019 ein Betriebs- und Baukonzept ausgearbeitet werden, welches die Strukturmängel beseitigt und ein dauerhaftes Beherbergungsangebot ermöglicht», heisst es.

Bichsel: «Es bringt nichts, in die Richtung zu gehen, in der andere bereits gescheitert sind.» Ziel sei, ein «(Apart-)Hotel im oberen Segment für Gäste mit sportlichem Interesse zur Nutzung von Skianlagen und Sportzentrum» zu entwickeln. Für dieses Konzept sollen Investoren gefunden werden, welche die Liegenschaft ausbauen. Der Prozess könne einige Jahre in Anspruch nehmen.

Lange Leidensgeschichte

Über das 2009 geschlossene Hotel ist 2013 der Konkurs eröffnet worden. Die Probleme des vor 144 Jahren erbauten Palace begannen jedoch schon früher. So verkaufte der damalige Besitzer vor 20 Jahren Aktien an einen Timesharing-Konzern. Von daher rührt ein Grundbucheintrag, der der Gesellschaft ein weitgehendes Nutzniessungsrecht bis ins Jahr 2041 gewährt.

Berner Oberländer

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