Das bewegte und bewegende Leben des MC Anliker

Thun

Wenige Menschen haben in Thun so bewegt wie Pädu Anliker. Der bekannte Thuner Fotograf Christian Helmle begleitete ihn fast 40 Jahre. Für diese Zeitung öffnete er sein Archiv.

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Marco Zysset@zyssetli

1997, als der Thuner Fotograf Christian Helmle dieses Bild von Pädu Anliker im Mokka aufnahm, war es mindestens zehn vor zwölf, wie die Uhr anzeigt. Die Behörden drohten nämlich mit der Schliessung des schon damals weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Lokals an der Allmendstrasse 14.

Bild: Christian Helmle

Das Bild zeigt den engagierten und leidenschaftlichen Kämpfer Anliker, wie ihn die Öffentlichkeit über Jahrzehnte kennenlernte – bis zu seinem überraschenden Hinschied am letzten Dienstag.

Abdankung am Donnerstag

Am Donnerstag, 10. November um 14 Uhr findet in der Stadtkirche Thun eine öffentliche Abdankugsfeier für den Mann statt, der in seinem bewegten Leben selber viel bewegt hat.

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Nachfolgend ein gekürzter Auszug aus dem letzten Text von Anliker, in dem er über seinen Werdegang schreibt:

Aufgewachsen in Dürrenast, Primarschule im Gotthelf-Schulhaus, Lehre als Maurer bei Frutiger, junge Kirche war unser Freiraum, da gab es Mädchen und einen Partykeller... Eine Hippie-Karriere mit viel Zeit für das Konsumieren des Weltsortiments von Haschisch, viel Sex war eh klar, dann kam politisches Engagement dazu und die Reisen im Winter, wenn auf dem Bau die Arbeiten eingestellt waren.

Kulturarbeit im Jugendhaus Thun, Politarbeit in Bern. Dann Umzug nach Hünibach, jung Vater. Hausmann und Allround-Bauprofi in Bern. Gut verdient, gut gelebt, wenig ausgelassen.

Dann kam Café Mokka. Angefangen mit dem Umbau der Parterre-Räumlichkeiten im Herbst 1986, danach wurde Eröffnung gefeiert, der erste Abend ohne mich, das hätte ich nicht ertragen... Noch nichts von schön, gepflegt, liebevoll und ansprechend, wie der Club heute ist.

Der Rest ist Geschichte. Selbst ich weiss nicht mehr alles. Wenn ich auf www.mokka.ch im Archiv wühle, stosse ich auf Band­namen, die ich vermeintlich noch nie gehört habe.»

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