Das «Daheim» wird saniert

Saanen

Die Stimmberechtigten stimmten dem 1,725-Mil­lionen-Kredit zur Sanierung mit Umbau des Wohnhauses ­«Daheim» zu. Mietzinsvergünstigungen aus dem Legat Rüegg-Honegger wurden aber abgelehnt.

Das Wohnhaus «Daheim» ist erhaltenswert und soll nund saniert werden.

Das Wohnhaus «Daheim» ist erhaltenswert und soll nund saniert werden.

(Bild: Fritz Leuzinger)

Die Traktanden zur ordentlichen Gemeindeversammlung von Saanen im Hotel Landhaus haben nur 67 Stimmberechtigte (1,59 Prozent) interessiert. Versammlungsleiter Louis Lanz und die Gemeinderäte Peter Brand (Finanzen), Verena Müllener (Liegenschaften) sowie Thomas Frei (Sicherheit) benötigten für ihre Vorlagen knapp eine Stunde.

Mit nur zwei Gegenstimmen genehmigten die Stimmenden den Investitionskredit von 1,725 Millionen Franken für den Sanierungsumbau des Wohnhauses «Daheim» an der Dorfstrasse. Das Mehrfamilienhaus mit vier Wohnungen ist erst seit 30 Jahren im Besitz der Einwohnergemeinde. Vor vielen Jahren war es ein Altersheim und später eine Asylbewerberunterkunft. Das Haus ist Teil des national geschützten Ortsbilds von Saanen und im Inventar der kantonalen Denkmalpflege als erhaltenswert klassiert.

Geschäft im Sockel

Die Gebäudehülle und die ganze Haustechnik des Wohnhauses sind stark sanierungs- und erneuerungsbedürftig. Zur Sanierung ist ein Umbau der beiden oberen Stockwerke in zwei 5-Zimmer-Wohnungen vorgesehen. Es ist im Geschäftsgebiet von Saanen Usus, dass die Sockelgeschosse ganzjährig als Geschäftslokale genutzt werden. Das Haus bleibt an die Fernheizung angeschlossen.

Keine Mietzinsreduktion

Der Antrag des Gemeinderates, zur Vergünstigung der Wohnungsmieten und zur Senkung des Anlagewertes aus der Spezialfinanzierung «Rüegg-Honegger zur Verbilligung von Mietzinsen» 200 000 Franken zu entnehmen, stiess auf Opposition.

Gewerbevertreter Hans Wanzenried lehnte vergünstigten Wohnraum in der Kernzone ab. SP-Mann Martin Hefti war gegen eine Mietvergünstigung, bei der wie anderenorts im Dorf die Einkommensverhältnisse nicht berücksichtigt werden und Mieter im finanziell oberen Segment letztlich vom tieferen Anlagewert profitieren können.

Mit 25 zu 25 war man geteilter Meinung. Und bei Stimmgleichheit, so will es das Saaner Abstimmungsreglement, gilt der Antrag als abgelehnt.

Gute Finanzlage

Der Gesamthaushalt der Jahresrechnung 2017 mit Aktiven und Passiven von 170 Millionen Franken weist einen Ertragsüberschuss von 1,6 Millionen Franken aus. Vom allgemeinen Haushalt konnten 10 Millionen als Einlage in die finanzpolitische Reserve abgebucht werden. Mit Überschuss wurden die Spezialfinanzierungen abgeschlossen. Es sind dies 903 000 für die Wasserversorgung, 612 000 für das Abwasser und 112 000 Franken für die Abfallentsorgung. Laut Gemeinderat Peter Brand sind Gebührenanpassungen vorgesehen.

Die gute Finanzlage erlaubte es, das 3,99-Millionen-Aktienpaket der Bergbahn Destination Gstaad AG als Wertberichtigung auf einen Franken abzuschreiben. An der beschlossenen Neuanschaffung einer Autodrehleiter von 1,15 Millionen für die Feuerwehr beteiligt sich zur Hälfte die Gebäudeversicherung.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt