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Das Siegerprojekt heisst Lötschberger

Aus drei Eingaben hat eine Jury gewählt: Der Ersatz des Bahnhofs Reichenbach aus dem Jahr 1964 für 1,5 Millionen Franken schliesst die Totalsanierung inklusive der Gleisanlagen bis Mülenen für insgesamt 22 Millionen ein.

Die Altlast hat bald ausgedient: Das aus dem Jahr 1964 stammende Bahnhofgebäude Reichenbach wird durch einen Neubau ersetzt.
Die Altlast hat bald ausgedient: Das aus dem Jahr 1964 stammende Bahnhofgebäude Reichenbach wird durch einen Neubau ersetzt.
Guido Lauper

Wollen wir das bestehende Gebäude erhalten, von welchem bereits Fassadenteile heruntergefallen sind, oder wollen wir uns von dieser Altlast befreien? Das fragte sinngemäss Svend Scherer, Leiter Hochbau der BLS Netz AG, vorgängig der Präsentation des Architekturwettbewerbes im historischen Bahnhof Frutigen.«Der bescheidene Längsbau mit Satteldach in zurückhaltender Architektur, offen für die Weiterentwicklung Richtung Oberland, hat uns überzeugt, das Projekt Lötschberger von Kocher Minder Architekten aus Thun auszuwählen», begründete Rolf Mühlethaler den Entscheid der Jury.

Der Berner Architekt ist Vorsitzender des fünfköpfigen Preisgerichtes, das sich mit den drei eingereichten Projekten ausführlich auseinandergesetzt hatte. Die Kompaktheit des Neubaus, aufs Minimum reduziert, biete die Möglichkeit zur Weiterentwicklung. Der Entscheid zugunsten dieses Projektes fiel einstimmig, obwohl das Projekt Lötschberger als Einziges für die Präsentation nicht visualisiert worden war.

Den Riegbauten abgeschaut

Das Büro Kocher Minder Architekten lehnt sein Projekt äusserlich an das Konstruktionsprinzip des Riegbaus an, «das bei den Bahnhöfen Frutigen und Mülenen nur als nicht tragende Verkleidung an der Fassade gezeigt wird.» Seitens der Jury wünscht Rolf Mühlethaler, die im Projekt weitgehend geschlossenen holzverkleideten Aussenflächen auf den Längsseiten sollten durch Öffnungen unterbrochen werden. Dem Architektenteam Kocher Minder obliegt nun auch die Feinplanung und die Ausführung des Bahnhofneubaus.

Den unterlegenen Projekten von Marti Architekten SIA AG, Frutigen, und L2A Architekten AG, Unterseen-Interlaken, billigte die Jury laut Mühlethaler hohe Kompetenz zu. Das Auswahlverfahren erfolgte anonym, die beteiligten Unternehmen werden mit je 10 000 Franken entschädigt.

Die Aufgabenstellung der BLS Netz AG, Abteilung Liegenschaften, verlangte eine «optimale Ausrichtung auf die Passantenströme Dorf–Postautohaltestelle–Perrons–Unterführung und Parkplätze». Dazu gehören eine öffentliche Toilette in separatem Gebäude und vier bis sechs Kurzzeitparkplätze. Im Raumprogramm sind 60 bis 80 Quadratmeter für ein Take-away mit einigen Tischen im Freien und 200 bis 250 Quadratmeter für den Bahnhofshop vorgesehen. Die bisherige Wohnung wird nicht ersetzt.

Laut BLS sind der Rückbau des alten Gebäudes und der Beginn des Neubaus im kommenden Jahr geplant. Die Eröffnung des mit 1,5 Millionen Franken veranschlagten Neubaus ist im Frühjahr 2019 vorgesehen.

Hindernisfreie Zugänge

Die Bahnanlagen Reichenbach werden seit Anfang 2016 modernisiert und hindernisfrei umgebaut. Die Investitionen von rund 22 Millionen Franken enthalten unter anderem neue Perrons mit Warteräumen mit Sitzgelegenheiten, Rampen, Treppen und Überdachungen. Total erneuert wurde bereits die Gleisanlage zwischen Mülenen und Reichenbach. Der Bauabschluss ist bis Ende dieses Jahres vorgesehen.

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