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Braunbär wurde im Sustengebiet gesichtet

Letzte Woche hat eine Gruppe von Alpinisten unterhalb des Sustenhorngipfels einen Braunbären beobachtet.

Zwischen dem 28. und 30. Juni hielt sich ein Bär im Sustengebiet auf. Bergsteiger hatten das Tier am Steingletscher beobachtet.
Zwischen dem 28. und 30. Juni hielt sich ein Bär im Sustengebiet auf. Bergsteiger hatten das Tier am Steingletscher beobachtet.
Roland Senn
Zudem wurden unterhalb des Sustenhorns Spuren des Raubtiers entdeckt. Ob es sich um den Bären handelt, der Ende Mai im Eriz gesichtet wurde, ist unklar.
Zudem wurden unterhalb des Sustenhorns Spuren des Raubtiers entdeckt. Ob es sich um den Bären handelt, der Ende Mai im Eriz gesichtet wurde, ist unklar.
Roland Senn
Daniel Jost, Gemeindepräsident von Eriz, sieht im Bären aktuell einen willkommenen Gast. Sollte der Bär länger bleiben, müsste sich der Gemeinderat intensiver mit ihm auseinandersetzen. (Archivbild)
Daniel Jost, Gemeindepräsident von Eriz, sieht im Bären aktuell einen willkommenen Gast. Sollte der Bär länger bleiben, müsste sich der Gemeinderat intensiver mit ihm auseinandersetzen. (Archivbild)
zvg
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Ist der «Erizer Bär» in den Kanton Bern zurückgekehrt? Blieb er seit seiner Sichtung Ende Mai immer in der Region? Man weiss es nicht. Fakt ist, dass vergangene Woche eine Gruppe von Alpinisten im Sustengebiet einen Braunbären zu Gesicht bekam.

«In der Zeit vom 28. bis zum 30. Juni hielt sich ein Bär im Gebiet Tierberglihütte-Sustenhorn auf», vermeldete am Dienstag die kantonale Volkswirtschaftsdirektion, der das Jagdins­pektorat unterstellt ist. Der Medienmitteilung lag ein Bild bei, die im Schnee in hochalpinem Gelände die Spur eines Tieres zeigt. Aufgenommen wurde das Bild letzten Freitag.

Ein Sprecher der Volkswirtschaftsdirektion erklärt auf Anfrage, dass die Gruppe von Bergsteigern den Bären von weiter Distanz habe beobachten können. Das Bild mit der Schneespur habe man von der Koordinationsstelle für Raubtierökologie und Wildtiermanagement (Kora) analysieren lassen. Weil man das Ergebnis der Analyse abwarten wollte, verzögerte sich auch der Zeitpunkt der Kommunikation.

Wohl ein männlicher Jungbär

Die Kora kam zum zweifelsfreien Ergebnis, dass die Spur von einem Bären stammen muss. Bärenspuren seien relativ einfach zu erkennen, sagt Spezialist An­dreas Ryser von der Kora gegenüber dieser Zeitung. «Bären sind Sohlengänger, stellen also den Hinterfuss immer ganz ab», so Ryser. «Ein weiteres Indiz ist die Grösse der Spuren.»

Klar sei auch, dass es sich um einen Braunbären handle, da in Europa keine anderen Bärenarten in freier Wildbahn leben. Weiter ist bekannt, dass Braunbären gemeinhin berggängig sind und sich zuweilen in hoch­alpinem Gebiet aufhalten. Der Gipfel des Sustenhorns befindet sich auf 3503 Metern über Meer.

Ryser vermutet, dass es sich beim Bären um ein junges Männchen handelt, für die derartige Wanderschaften typisch sind. Zweifelsfrei geklärt sei dies allerdings nicht. Ebenfalls lässt sich nicht bestimmen, ob der im Sustengebiet gesichtete Bär der gleiche ist, der vor einem Monat im Eriz umherwanderte. Da in beiden Fällen keine DNA-Spuren vorlägen, lasse sich dies nicht bestimmen, heisst es vonseiten der Volkswirtschaftsdirektion.

Seit besagter Meldung der Gruppe von Berggängern hat das kantonale Jagdinspektorat zum Verbleib des Bären keine Hinweise mehr erhalten. Da Braunbären innerhalb kurzer Zeit weite Wege zurücklegen können, befindet sich der Bär möglicherweise schon in einer entfernten Gegend.

Die Wildhut des Kantons Bern bittet darum, Beobachtungen von Bären (auch Spuren wie Tatzenabdrücke oder Kot) unter der Telefonnummer 0800 940 100 zu melden.

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