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Der Bären schliesst Ende Mai

Der Bären in Därstetten, auch Lochmatte genannt, wird zum Verkauf angeboten; das Restaurant schliesst per Ende Mai. Damit schrumpft das regionale Gaststättenangebot empfindlich.

Der traditionelle «Bären» in Därstetten wird zum Verkauf angeboten.
Der traditionelle «Bären» in Därstetten wird zum Verkauf angeboten.
ksm-fotografie

Die Bewohner der Dörfer Därstetten, Weissenburg und Oberwil konnten bis vor kurzem auswählen, wo sie sich treffen, den Feierabend verbringen wollen.

Doch schon bald gibt es kaum mehr ein Restaurant. Nachdem die beiden Restaurants Alte Post und Sternen ihren Betrieb eingestellt haben, steht nun auch das traditionelle Restaurant Bären Därstetten vor dem Aus. Im benachbarten Dorf Oberwil spitzt sich die Lage ebenfalls zu.

Nach drei Jahren am Ende

Erst vor drei Jahren baute der Besitzer Kurt Bühler den Bären in Därstetten, sein Elternhaus, das er in der vierten Generation übernahm, um. Ein erstes Mal nahm er die Geschicke des elter­lichen Betriebs von 1994 bis 2006 in die Hand, verpachtete ihn dann an Christine Müller, verlängerte den Vertrag nach acht Jahren wegen Eigenbedarf nicht mehr.

Trotz Modernisierung von Gaststube, Säli und Gartenwirtschaft harzen die Geschäfte. Kurt Bühler führt als Gründe nebst vermehrten Alkoholkontrollen und dem Rauchverbot vor allem einen Verhaltenswandel bei Vereinen an. Die meisten Klubs würden heute über eigene Wirtschaften verfügen.

Bühler erinnert sich an Tage, an welchen im Bären bis zu siebzig Mahlzeiten konsumiert worden seien. Der Rückgang sei krass, und zusammen mit hohen Fixkosten sei es ihm unmöglich geworden, sein Elternhaus weiterbetreiben zu können, resigniert Bühler.

Noch lässt er alle Möglichkeiten offen, den Verkauf des ganzen Hauses, eine Übernahme im Stockwerkeigentum, sogar eine weitere Verpachtung. Er möchte mit seiner Familie im Bären wohnen bleiben, doch besteht eine grosse Schwierigkeit, den Wohnteil vom gewerblichen Raum abzutrennen, denn die gemeinsame Küche befindet sich im ersten Stock.

Wo noch gewirtet wird

Das Restaurant, das regelmässig geöffnet ist, liegt auf dem Rossberg. Damit die Gäste die Fahrt dorthin nicht vergeblich unternehmen, gibt Wirtin Christine Bähler ihre Öffnungszeiten auf ihrer Website und auf einer Tafel an der Simmentalstrasse, bei der Abzweigung Rossberg, bekannt.

Mittwoch bis Sonntag, empfängt Ursula Frick im Bären Bunschen Gäste. Doch wird auch sie nach über zehnjährigem Wirten im September in den Ruhestand treten. Wie die Hausbesitzerin, Susanne Regez, auf Anfrage sagt, wird der Bären – ihr Elternhaus – renoviert. Es soll weiterhin ein Restaurant sein.

Regez verspricht: «Kann ich bis ins Jahr 2018 keinen Pachtvertrag abschliessen, springe ich selber ein.» Ihre Idealvorstellung ist eine Frau, die mit dem Restaurant das Familieneinkommen ergänzen könnte. «Denn als Hauptverdienst taugt das Beizli kaum», sagt sie.

Dies erfuhr auch die Besitzerin des Bahnhöfli in Oberwil und einst langjährige Wirtin, Margreth Siegenthaler. Als sie nach der Kündigung des letzten Pächters nach intensiver Suche niemanden fand, nahm sie kurzerhand die Zügel wieder in die Hand. Gesundheitlich jedoch angeschlagen, kann sie nicht vollumfänglich wirten.

So bleibt das Bahnhöfli vorerst (ohne Mittwoch und Sonntag) nur vormittags geöffnet. Für Margreth Siegenthaler wäre ein Pachtabschluss nach wie vor wünschenswert.

Die Notbremse

Der Hirschen bei der Kirche Oberwil – ein stolzer traditioneller Landgasthof – wird von der Tochter der ehemaligen Hirschen-Wirtin, Sabine Klopfen­stein, bei Bedarf, sprich auf Voranmeldung, geöffnet. Zu dieser «Notbremse» hätten sie schon vor rund zehn Jahren gegriffen und es funktioniere, sagt Ehemann Klaus Klopfenstein.

Seit dem Bestehen des Campings Arnist gibt es in Oberwil zudem ein Bistro, das allerdings nur zwei Stunden morgens und drei (nach Bedarf mehr) Stunden am frühen Abend offen ist. Am Sonntag ist das Bistro der Familie Kunz den ganzen Tag geöffnet. Hinzu kommen in Oberwil zwei Saisonbetriebe.

Beliebt ist im Sommer Martin Müllers Gourmobil neben dem ehemaligen Güggeli-Restaurant in der Enge. Der sogenannte Simme-Beach verfügt über ein kleines Gartenrestaurant und ein Fleckchen zum Ausruhen am Ufer der Simme. Es ist eine wahre Idylle.

Doch auch über dieser schwebt das Damoklesschwert: Die fünfjährige Bewilligung geht nach dieser Saison zu Ende, und Martin Müller muss erneut ein Gesuch einreichen. Ausser dem Sommerbeizli gibt es neu im Winter, nach der Inbetriebnahme des Skilifts, am Rossberg ein kleines Pintli, das auch zu Fuss gut erreichbar ist. Jürg und Myr­tha Fischer versichern, dass sie auch nächstes Jahr wieder dort wirten werden.

Die stark rückläufige Restaurationsentwicklung in der Region Därstetten-Weissenburg-Oberwil ist beileibe kein Einzelfall. Ein Blick ins weitere Niedersimmental und ins Obersimmental zeigt ein ähnlich tristes Bild.

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