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Der Souverän will die Kunsteisbahn sanieren

Nach der Information zur zukünftigen Investitionsstrategie stimmte der Souverän einem Investitionskredit von 1,145 Millionen Franken zu.

Mit dem Kredit kann die dringende Sanierung der Kunsteisbahn angegangen werden.
Mit dem Kredit kann die dringende Sanierung der Kunsteisbahn angegangen werden.
Markus Hubacher

«Wir entscheiden über die Zukunft unserer Gemeinde», steht in der Einladung zur ausserordentlichen Gemeindeversammlung in Kandersteg. Dabei wird die Kommune mit einer Gross­familie verglichen, in welcher das vorhandene Geld für das ganze Jahr reichen muss. Wenn es aber nicht reiche, alle Wünsche zu finanzieren, müsse sich die Familie überlegen, wo Geld gespart werden könnte.

Steuererhöhung droht

Etwas damit Vergleichbares war am Donnerstagabend Gegenstand an der Gemeindeversammlung. Gemeinderatspräsident Urs Weibel und Finanzverwalter Thomas Sieber stellten den 104 anwesenden Stimm­berechtigten (12 Prozent) die Investitionsstrategie 2020 bis 2028 vor.

Unter anderem zeigten sie auf, dass mit der Realisierung der aufgeführten Projekte die jährliche Investitionsobergrenze (Investitionsmoratorium) von 800'000 Franken (wir berichteten) auf 1 Million Franken erhöht werden müsste.

Dies würde eine Erhöhung der Verschuldung von gegenwärtig 5,8 Millionen Franken und höhere jährliche Folgekosten nach sich ziehen, was mit den aktuellen 1,8 Steuereinheiten nicht finanziert werden könnte. Zu diesem Thema gab es sieben, teils kritische Wortmeldungen.

Formell konnte nicht über eine Steuererhöhung entschieden werden, eine solche wird der ordentlichen «Budget-GV» im November vorgelegt.

«Kaum im Amt, und schon muss Gemeinderat Sebastian Bichsel ein bedeutendes Geschäft vertreten», leitete Kanderstegs Gemeindepräsidentin Barbara Jost zum nächsten Traktandum über. Es ging um den Investitionskredit von 1,145 Millionen Franken à fonds perdu an die Kunsteisbahn Genossenschaft Kander­steg (KEB). Diese kämpft seit längerer Zeit mit Finanzproblemen.

Die Gemeinde hat ihr schon mehrmals unter die Arme gegriffen. Der Kredit wird für dringende Sanierungsmassnahmen für den Planungszeitraum 2020 bis 2029 benötigt. Bei einer Ablehnung könnte die Betriebsschliessung drohen, wurde klargemacht. Das hätte den Rückbau der Anlage mit geschätzten Kosten von bis zu zwei Millionen Franken zur Folge.

«Wichtig für Kandersteg»

«Die KEB ist ein Fass ohne Boden», sagte ein kritischer Bürger. «Man sollte mit den Banken über einen Teilschuldenerlass diskutieren», meinte ein anderer. «Es ist unbestritten, dass die KEB für Kandersteg und darüber hinaus wichtig ist», äusserte sich ein Hotelier und plädierte für Zustimmung. Nach einem Dutzend Wortmeldungen, in welchen keine Rückweisungsanträge gestellt wurden, bewilligte der Souverän in offener Abstimmung mit überwältigendem Mehr bei einigen Nein und Enthaltungen den Kredit.

Rücktritte angekündigt

Im Weiteren gaben Gemeinderat Patrick Jost und Gemeinderatspräsident Urs Weibel bekannt, dass sie auf Ende Juni beziehungsweise auf Ende Jahr zurücktreten werden. Zur Kenntnis zu nehmen waren Abrechnungen betreffend die Überbauungsordnung Deponie Bärebode, welche bei einem bewilligten Kredit von 230'000 Franken eine Unterschreitung von 89'829 Franken aufweist, sowie jene über die Verbreiterung Einmündung Bütschelsstrasse–Höhstrasse. Hier ist bei einem Kredit von 140'000 Franken eine Überschreitung von 9185 Franken zu verzeichnen.

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