Die älteste datierte Ziegelei des Kantons

Hofstetten

Nach der Einweihung der Ziegelei aus Péry verfügt das Freilicht­museum Ballenberg nun über ein weiteres historisches Gebäude. Es stammt aus dem Jahr 1763.

Peter Flück vor der Ziegelei im Freilichtmuseum Ballenberg.

Peter Flück vor der Ziegelei im Freilichtmuseum Ballenberg.

(Bild: zvg)

Vor vielen Gästen und Medienvertretern wurde am Freitag die Ziegelei aus Péry im Freilichtmuseum Ballenberg feierlich eingeweiht. Die Trocknungshalle und der dazugehörige Brennofen aus dem Berner Jura stammen aus dem Jahr 1763 und sind damit die ältesten erhaltenen Objekte ihrer Art im Kanton Bern. Dank dem aufwendigen Ab- und Wiederaufbauprozess habe dieses Denkmal erhalten werden können, teilt das Museum mit.

Als herausragende Zeugin der Berner Kulturgeschichte und des ländlichen Handwerks hat die Ziegelei in der Geländekammer Jura ihren neuen Standort gefunden.Peter Flück, Präsident des Stiftungsrates, begrüsste die Gäste und ging auf die Philosophie des Freilichtmuseums bei solchen Projekten ein. Karin Sander, Leiterin Bau und Architektur, schilderte die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem minutiös geplanten Umzug und Wiederaufbau des historischen Gebäudes, was nebst fundiertem Fachwissen auch eine sehr subtile Logistik abverlangte. Die Einweihungsansprache wurde von Regierungsrat Pierre Alain Schnegg gehalten.

Mächtiger Brennofen

Mit der Ziegelei aus Péry wird ein in vielerlei Hinsicht aussergewöhnliches historisches Gebäude im Freilichtmuseum Ballenberg der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, nachdem dieses beinahe abgebrochen worden wäre. Durch ein Abbruchgesuch der ehemaligen Eigentümer im Jahr 2012 wurden die Denkmalpflege und der Archäologische Dienst des Kantons Bern auf das Bauwerk aufmerksam.

Karin Sander: «Wo zuvor nicht viel auf das Vorhandensein wertvoller historischer Bausubstanz hingewiesen hatte, kamen mit den fortschreitenden Untersuchungen der Archäologen ein aus mächtigen Jurakalksteinblöcken gemauerter Brennofen und eine Trocknungshalle zum Vorschein.» Eine Analyse der Jahresringe im Holz der Trocknungshalle sowie aufgefundene Dokumente ergaben eine zeitliche Festlegung der Ziegelei auf das Jahr 1763. «Damit handelt es sich um die älteste datierte Ziegelei des Kantons Bern.»

«Einzigartige Chance»

Obschon die vorgefundene Ziegelhütte ein seltener Zeuge für das ländliche Ziegelhandwerk des 18. und 19. Jahrhunderts ist, zeigte sich bald, dass eine Erhaltung am ursprünglichen Standort nicht möglich sein würde. Ihre Verortung im Berner Jura sowie die Nutzung für ein weiteres ländliches Handwerk waren wichtige Faktoren, die für den Ballenberg eine Übernahme interessant machten.

«Ein solches Gebäude im Museum zu haben, ist eine einzigartige Chance und hat uns dazu bewogen, den Gedanken und die Überlieferung des Handwerks einer Ziegelei über den Wiederaufbau hinaus weiterzuführen», sagte Karin Sander. Dafür sind Kurse und Workshops geplant. Bereits im Sommer 2017 wird das Einbringen des Stampflehm­bodens in die Trocknungshalle als Kurs ausgeschrieben.

Berner Zeitung

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