Die Rettung am Seil geübt

Lauterbrunnen

Die Longline-Rettung per Helikopter erfordert von allen Beteiligten Können und Konzentration. Das Zusammenspiel muss geübt werden.

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Schon zum 20. Mal wurde im Lauterbrunnental der Longline-Re­fresher-Kurs der Rettungsspezialisten Helikopter durchgeführt. Erstmals nahm nebst der Air-Glaciers auch eine Crew der Rega mit Helikopter teil. Kurs­leiter Urs Schäfer und der Basisleiter der Air-Glaciers, Michael Jaun, konnten 21 Teilnehmer der Rettungsstation Lauterbrunnen sowie vier Walliser Bergretter aus dem Goms und einen Teilnehmer der Rettungsstation Saanen/Gstaad nebst den Notärzten, Piloten und Flughelfern der Air-Glaciers und der Rega-Besatzung zum Kurs begrüssen.

Praktische Übungen

Da alle bereits erfahrene Rettungsspezialisten Helikopter waren, konnte nach einer kurzen theoretischen Repetition über den Einsatz der Longline und der Helikopterwinde ohne Zeitverlust zur praktischen Arbeit übergegangen werden. Elf der Spezialisten, die bei einem Einsatz als Erste zur Unfallstelle geflogen werden, begaben sich mit der ­Rega-Crew in das hintere Lauterbrunnental und übten dort den Umgang mit der Helikopterwinde, wobei jeder den Windencheck bestand. Die übrigen Teilnehmer starteten ab dem Heliport Lauterbrunnen zum Longline-Training mit der Air-Glaciers.

Mit einer Longline-Länge von 150 Metern wurden die Retter in die nahe Staldenfluh geflogen und dort in einen vorbereiteten Stand, der sich rund 250 Meter über dem Talboden befand, abgesetzt. Schwerpunkt dieser Übungen ist stets die Kommunikation des Retters über Funk mit dem Piloten.

Wichtiges Zusammenspiel

Da der Pilot auf diese Länge und den zum Teil überhängenden Felsen oftmals den an der Longline hängenden Spezialisten nicht ­sehen kann, ist er auf präzise Höhen- und Seitenangaben angewiesen. Auf diese Art werden die Retter jeweils zum Verunfallten hingebracht, was von Piloten und Rettern jeweils vollste Konzentration und Können erfordert.

Der anspruchsvolle Einsatz an der Longline erfolgt aus Sicherheitsgründen und der damit verbundenen Komplexität immer zu zweit. Nach einem anstrengenden Tag, der alle Teilnehmer sehr gefordert hat, konnte der Kurs am Abend erfolgreich und mit einem anschliessenden gemeinsamen Nachtessen auf dem Heliport abgeschlossen werden.

Prädestiniertes Tal

Das Lauterbrunnental ist wegen seiner Topografie prädestiniert für Longkine-Einsätze und weist deshalb in der Regel auch auf nationaler Ebene, ausgenommen der Kanton Wallis, die meisten Longline-Einsätze aus. Diese Konstellation hat dazu geführt, dass auf dem Zuständigkeits­gebiet der Alpinen Rettung Schweiz nur noch die Rega-Einsatzbasen Wilderswil und ­Samedan sowie die Air-Glaciers Lauterbrunnen Longline-Einsätze ausführen.

pd

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