Die «Station» setzt auf analoges Erleben

Saanen

Im ehemaligen Feuerwehrmagazin Saanen soll ein Familienangebot für Einheimische und Gäste mit dem Titel «Station» entstehen. Die Umsetzung des Projektes startet erst, wenn die Finanzierung gesichert ist.

So soll es mal in der «Station» aussehen. Hier der Rückzugsort im Obergeschoss. Er bietet zehn Werkstationen, eine Lounge, eine Selbstbedienungsecke und Gondeln der ausgedienten Egglibahn. Foto: PD

So soll es mal in der «Station» aussehen. Hier der Rückzugsort im Obergeschoss. Er bietet zehn Werkstationen, eine Lounge, eine Selbstbedienungsecke und Gondeln der ausgedienten Egglibahn. Foto: PD

Die Sanierung des ehemaligen Feuerwehrmagazins Saanen musste am 14. Juni erst mal erduldet werden. Dann war nämlich Gemeindeversammlung, und ein Rückweisungsantrag der SP war zu überstehen. Schliesslich kam der Zusatzantrag der SVP um Erlass eines Teils von 960 Franken des monatlichen Mietzinses grossmehrheitlich durch. Ebenso die Erhöhung des bestehenden Investitionskredits um 30 000 Franken von 746 000 auf neu 776 000 Franken für Umbau und Sanierung des ausgedienten Feuerwehrmagazins Saanen.

Dieser Entscheid bildete die Grundlage für das nun vorliegende Projekt «Station»: Ein ganzjährig geöffnetes Familienangebot ist angedacht, das bei jeder Witterung besucht werden kann. «Es soll ein Ort des Werkens und ein Kontrapunkt zur digitalen Welt entstehen. Kinder werden mit ihren Eltern oder Grosseltern etwas Handwerkliches schaffen, Themen entdecken, tüfteln und zusammen Zeit verbringen können.»

Das schreibt der Hotelier-Verein Gstaad-Saanenland als Initiant des Projektes. Er hat zusammen mit seinen Partnern den Trägerverein «Füür & Flamme Saaneland» diesen Frühsommer gegründet und mittlerweile das Projekt «Station» bis ins Detail ausgearbeitet. Das Anliegen: Die Kinder sollen die analoge, reale Welt erleben – es wird in der «Station» komplett auf die digitale Vermittlung durch Filme oder Videospiele verzichtet. Dabei sollen gleichermassen Einheimische und Gäste willkommen geheissen werden.

Seilbahnen und Seile

Hauptthema der «Station» sollen Seilbahnen und Seile im Allgemeinen sein, wie der Verein «Füür & Flamme Saanenland» unter dem Präsidium von Christof Huber, Präsident des Hotelier-Vereins Gstaad-Saanenland und Hotelier des Gstaaderhofs, mitteilt. Im Erdgeschoss wird sich der «Maschinenraum» befinden – mit einer begehbaren Maschine, die zum Kurbeln, Beobachten, Mitspielen und Weiterentwickeln einlädt.

Im Obergeschoss werden zehn Werkstationen entstehen, an denen man verschiedene Objekte selber herstellen kann. Eine gemütliche Lounge – aus Holzpaletten und mit Kissen – sowie eine Kaffee- und Tee-Ecke gehören ebenfalls dazu. Drei ehemalige Eggli-Gondeln werden zum Verweilen einladen. Die beiden Geschosse werden mit einer Wendeltreppe und einer Rutschbahn verbunden.

Auch im Aussenbereich, der komplett eingezäunt und begrünt wird, stehen Seile im Mittelpunkt. Eine grosse Umlenkrolle mit rund drei Metern Durchmesser der ehemaligen Eggli-Gondelbahn dient dabei als Blickfang. Die Werkstationen werden alle drei bis sechs Monate ausgewechselt, bei den grossen Installationen – zum Beispiel Labor und begehbarer Maschinenraum – gibt es jährlich Veränderungen bei einzelnen Elementen. So soll sichergestellt werden, dass die Jungen immer wieder kommen wollen.

«Das Angebot setzt den Hauptfokus auf Kinder von 4 bis 14 Jahren. Die Station soll aber kein Kinderhort sein», halten die Initianten fest. Auch Schulklassen sind willkommen. Zum Beispiel im Rahmen einer Projektwoche mit dem Thema «Bergbahnen-Tourismus».

Knacknuss Finanzierung

Die grosse Herausforderung ist die Finanzierung des ausgearbeiteten Projekts. Die Investitionskosten werden auf mehrere Hunderttausend Franken geschätzt, die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf rund 250 000 Franken. Der Hotelier-Verein Gstaad-Saanenland hat bereits 195 000 Franken gesprochen.

Weitere Partner haben Beträge in Aussicht gestellt. Und neben privaten Sponsoren werden auch öffentliche Institutionen und Stiftungen aktuell angefragt. Bis Dezember soll die Finanzierung gesichert sein, danach das Gebäude saniert und von April bis Juni die Inneneinrichtung realisiert werden. Im Juli 2020 ist die Eröffnung der «Station» geplant.

Wer das Projekt unterstützen will, kann Mitglied im Verein «Füür & Flamme Saaneland» werden (Einzelpersonen ab 50 und Firmen ab 300 Franken). Interessenten können sich unter der Mailadresse marketing@gstaad.ch melden.

Berner Zeitung

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