Die Verbindungsleitung funktioniert

Am Montag fand beim Mess- und Übergabeschacht «i de Stocke» die Eröffnungsfeier der Verbindungsleitung von den Wasserversorgungen St. Stephan und Lenk statt. Die Gemeinden Lenk und St. Stephan profitieren beide.

Die beiden Brunnenmeister Rolf Aschwanden, Lenk (l.), und Martin Zahler, St. Stephan, freuen sich über die Verbindung der gemeindeübergreifenden Wasserversorgung.

Die beiden Brunnenmeister Rolf Aschwanden, Lenk (l.), und Martin Zahler, St. Stephan, freuen sich über die Verbindung der gemeindeübergreifenden Wasserversorgung.

(Bild: Rösi Reichen)

Die Verbindungsleitung der Wasserversorgungen (WV) St. Stephan und Lenk ist am Dienstag offiziell eröffnet worden. Schon 2013 stand im Mitteilungsblatt der Gemeinde St. Stephan: «Was lange währt, kommt hoffentlich gut.»

Und es ist gut, seit dem 16. November ist die von den kantonalen Behörden geforderte Versorgungssicherheit mittels einer neuen Leitung über 1,5 Kilometer zwischen den Gemeinden St. Stephan und Lenk fertig erstellt und verbunden. Wenn der Brunnenmeister am schwarzen Rad dreht, kann Lenk die Pumpe starten, und das Nass fliesst taleinwärts. Das Gleiche kann auch in die andere Richtung erfolgen.

Grundsätzlich genug Wasser

Obwohl die Wasserversorgung Lenk im Normalfall über genug Trink-, Brauch- und Löschwasser verfügt, benötigt sie für die vor­geschriebene Sicherstellung der Versorgungssicherheit beim Ausfall der wichtigsten Quelle einen weiteren Wasserbezugsort. Umgekehrt kann die WV St. Stephan von der WV Lenk Reservoirvolumen von 350 Kubikmetern nutzen und konnte in diesem Umfang das neue Reservoir Matten entsprechend kleiner dimensionieren.

So profitieren beide. Die Lenk bezahlte St. Stephan eine Einkaufssumme von 1,953 Millionen Franken und für das Wasservolumen von 1420 Kubikmetern pro Tag einen Arbeitspreis von 20 Rappen pro Kubikmeter. St. Stephan konnte ein kleineres Reservoir bauen und damit Geld sparen, bezahlte der Lenk eine Einkaufssumme für Reservoir­volumen von 855 000 Franken. St. Stephans Wasserversorgungsanlagen entsprachen teilweise nicht mehr den geltenden Vorschriften.

Ein Gesamterneuerungsprojekt soll 10,9 Millionen Franken kosten. Mit dem 2,27 Millionen Franken teuren Teilprojekt «Regionale Verbindungsleitung Lenk» hat die Wasserversorgung Lenk eine 1,5 Kilometer lange Leitung vom Boden zum neuen Mess- und Übergabeschacht «i de Stocke» realisiert. Lenk baute das bestehende Pumpwerk Lee um. Der Schacht beinhaltet alle technischen Elemente (Klappen, Wassermesser, Steuerung), damit der Austausch von Wasser einwandfrei funktioniert. In der Aegerten wurde ein zusätzlicher Schacht realisiert. Dafür genehmigte die Gemeindeversammlung Lenk 2015 einen Bruttokredit von 2,15 Millionen Franken.

Mit der Inbetriebnahme der neuen Leitung ist die Versorgung der Gemeinde St. Stephan mit 1350 Einwohnern und 107 Hydranten sowie der Gemeinde Lenk mit 2400 Einheimischen und in der Hauptsaison des Kurorts mit zusätzlich etwa 9000 Gästen und rund 200 Hydranten mit Trinkwasser sichergestellt.

In einem weiteren Schritt planen die Wasserversorgungen St. Stephan und Zweisimmen auch eine Verbindungsleitung. Die WV St. Stephan verfügt über so viel Wasser, dass sie die geforderte Versorgungssicherheit der beiden Gemeinden Lenk und Zweisimmen abdecken kann.

Berner Oberländer

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