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Die Zentralbahn ist in Interlaken angekommen

Im Vergleich zum Rekordjahr 2015 legte die Zentralbahn an Fahrgästen zu, verzeichnete aber weniger Personenkilometer. An der Generalversammlung im Kursaal zeigten sich die Verantwort­lichen zufrieden.

Komposition vom Typ FINK auf den Namen Interlaken getauft: Michael Schürch, Geschäftsführer Zentralbahn (links), und Urs Graf, Gemeindepräsident Interlaken.
Komposition vom Typ FINK auf den Namen Interlaken getauft: Michael Schürch, Geschäftsführer Zentralbahn (links), und Urs Graf, Gemeindepräsident Interlaken.
zvg

Die Zentralbahn ist definitiv in Interlaken angekommen: Gestern taufte das Unternehmen eine Zugkomposition auf den ­Namen Interlaken und führte ­anschliessend die Generalversammlung im Kursaal durch. «Es freut mich, dass wir uns hier treffen. Schliesslich ist Interlaken die Wiege des Tourismus in der Schweiz», meinte Verwaltungsratspräsident Anton Häne in seiner Begrüssung.

Wie touristisch respektive von der Bahn geprägt seine Ortschaft ist, zeigte Interlakens Gemeindepräsident Urs Graf in seiner Grussbotschaft auf. «Wir haben hier drei Bahnhöfe und fünf Bahngesellschaften», hielt er zu Beginn fest und schloss mit der Feststellung: «In Paris und Berlin ist Interlaken täglich angeschrieben – sogar mit dem Zusatz ‹Ost›.»

Doppelt neue Führung

Laut Häne ist das 2005 gegründete Unternehmen weiter auf Kurs. Dies, obwohl man das aktuelle Geschäftsjahr mit neuer Führung in Angriff nahm: Häne übernahm das Präsidium von Anna Barbara Remund, und Michael Schürch übernahm von Renato Fasciati die Geschäftsleitung.

Die Zentralbahn verzeichnete 2016 fast 174 Millionen Personenkilometer. Das sind 0,6 Prozent weniger als im Vorjahr – das auch Rekordjahr ist. Laut Schürch ist dies auf den Rückgang bei den asiatischen Gruppen zurückzuführen. «Da die Brünig­strecke die längste unseres Netzes ist, wirkt sich hier ein Rückgang stärker aus.»

Tatsächlich kommt die Zentralbahn bei den Frequenzen ganz knapp an die 10-Millionen-Grenze heran und übertrifft damit das Vorjahr. Dabei weist die Strecke Luzern–Interlaken mit 2,3 Millionen ­Reisenden einen Rückgang von 5,5 Prozent auf. Der Regionalzug zwischen Interlaken und Meiringen legt hingegen um 8,5 Prozent auf 0,5 Millionen Fahrgäste zu.

«Da die Brünig­strecke die längste unseres Netzes ist, wirkt sich hier ein Rückgang stärker aus.»

Michael Schürch

Schürch betonte die Bedeutung des Tourismus für die Zentralbahn. In den letzten Jahren habe sich die Gästestruktur gewandelt. Inzwischen würden internatio­nale Reisende 16 Prozent der Frequenzen ausmachen. Die grössten Märkte sind dabei China und Indien, gefolgt von Grossbritannien, Korea und den USA. Die Zentralbahn wolle dieser gesteigerten ­Bedeutung auch entsprechend Beachtung schenken.

Man sei sich der Problematik des Nebeneinanders von Gruppentourismus, Individualreisenden, Einheimischen und Pendlern bewusst. «Wir versuchen ­Lösungen zu finden, die allen gerecht werden», erklärte Schürch. Eine solche ist der S-LIX – der saisonale Luzern-Interlaken-Express. Ein Zug, der nicht im Fahrplan vermerkt ist und der Gruppen transportiert, damit die ­fahrplanmässigen Verbindungen ­entlastet werden. Heuer sei der ­S-LIX an 140 Tagen eingeplant.

Gewinn und Wahlen

2016 erwirtschaftete die Zentralbahn einen Verkehrsertrag von knapp 34 Millionen Franken. Das ist ein Minus von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, aber ein Plus von 11,4 Prozent gegenüber 2014. Der daraus resultierende Gewinn beträgt 2,3 Millionen Franken (2015: 7,3 Millionen).

Im Kursaal mussten auch Wahlen durchgeführt werden. Verwaltungsratsmitglied Hans Wallimann war als Regierungsrat des Kantons Obwalden abgewählt worden und trat deshalb nach zwölf Jahren auch aus dem Vorstand der Zentralbahn zurück. Die Aktionäre wählten Regierungs­rätin Maya Büchi-Kaiser zur Nachfolgerin. Somit nimmt auch wieder eine Frau in dem Verwaltungsrat Einsitz, der zuletzt ein reines Männergremium war.

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