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Die Ziegen sind wieder da

Grosse Erleichterung auf der Alp Untere Obersuld: 19 der 21 vermissten Burengeissen sind wohlbehalten zurück. Ein Waldarbeiter hatte sie bei Faltschen entdeckt – dank dem Artikel dieser Zeitung.

Jetzt besser gesichert. Neu schützen unter anderem blinkende Solarbaulampen und ein Elektrodraht (oben, blau) die Burenziegen.
Jetzt besser gesichert. Neu schützen unter anderem blinkende Solarbaulampen und ein Elektrodraht (oben, blau) die Burenziegen.
Hans Peter Roth
Sichtlich erleichtert kniet Jürg Enggist mit Sohn Damian bei den wiedergefundenen Burenziegen.
Sichtlich erleichtert kniet Jürg Enggist mit Sohn Damian bei den wiedergefundenen Burenziegen.
Hans Peter Roth
Senn Jürg Enggist zeigt auf der Alp Untere Obersuld auf die Weide, wo sich die Ziegen bis Sonntag, 16. Juli, aufgehalten hatten, bevor sie sich aus dem Staub machten.
Senn Jürg Enggist zeigt auf der Alp Untere Obersuld auf die Weide, wo sich die Ziegen bis Sonntag, 16. Juli, aufgehalten hatten, bevor sie sich aus dem Staub machten.
Hans Peter Roth
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Sie sind gefunden! Seelenruhig knabbert die kleine Ziegenherde an einigen Stauden. So schnell wird sie nicht wieder ausbüxen. Das Gehege mit den 19 Burenziegen am Waldrand bei der Alp Untere Obersuld ist nun noch besser gesichert. Allerdings weniger gegen den Ausbruch der Ziegen, als vielmehr zu ihrem Schutz vor Eindringlingen.

«Das hat sich in der ersten Nacht schon mal bewährt», sagt Jürg Enggist. Dem Senn der Alp Untere Obere Suld ist die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Neun Tage und Nächte hatte er sich um die verschollenen Tiere gesorgt. Dann kam der Anruf eines Forstwarts. Er habe 19 Ziegen entdeckt, die auf den Beschrieb im Zeugenaufruf von Enggist in dieser Zeitung passen.

«Man weiss ja nie»

Sofort machte sich der Senn mit einem Viehanhänger auf den Weg. Einige Kilometer entfernt, bei der Bäuert Faltschen auf der Reichenbach-Seite des Suldtals, erwartete ihn der Entdecker der Ziegen, Jonathan Bühler. Der Waldarbeiter und Bauer berichtet: «Am Vorabend hatte ich im ‹Berner Oberländer› den Bericht über die vermissten Ziegen gelesen. Man weiss ja nie. Also tippte ich die Telefonnummer des Aufrufs ins Handy.»

Bühler wusste: Am folgenden Tag war Arbeit im Wald der Bäuert Faltschen angesagt; diese liegt nur wenige Kilometer von der Unteren Obersuld entfernt.

Tatsächlich! Plötzlich hielt er bei der Arbeit inne. Er vernahm leises Bimmeln, folgte dem Klang der Tierglocken – und fand die Herde von 19 Burenziegen friedlich Zweige knabbernd ganz nah im Wald. «Ich hielt Abstand, um die Tiere nicht zu verscheuchen, rief Jürg Enggist an und wartete, bis er kam.»

Glücklich konnte dieser die zutraulichen Ziegen verladen. Nun sind diese wieder da, wo sie hingehören: Im Gehege, wo sie mit ihrem Hunger auf Stauden bis zum Ende der Alpsaison gegen die Vergandung ankämpfen sollen.

Happy End

Jürg Enggist kauert mit seinem zweieinhalbjährigen Sohn Damian bei den 19 kleinwüchsigen Ziegen und füttert sie mit trockenem Brot. Vermisst waren ursprünglich 21 Tiere. Zwei Ziegen bleiben verschollen. Schon einige Tage vor dem Verschwinden der 21 Burenziegen am 16. Juli hatte offenbar ein Luchs zwei Tiere gerissen, wie der herbeigerufene Wildhüter feststellte.

Damit die Ziegen vor dem allfällig wiederkehrenden Luchs flüchten konnten, öffnete Enggist das Gehege. «Ein Fehler», wie er einräumt. Die Tiere verschwanden spurlos – bis Waldarbeiter Bühler sie in Faltschen fand.

Nun sind die Burengeissen wieder da, so unvermittelt, wie sie verschwanden. «Ein Happy End», freut sich Jürg Enggist. Das Ziegengehege hat er zusätzlich mit einem Elektrodraht und einigen blinkenden Solar-Baulampen aufgerüstet, sowie mit einer Anlage, die sporadisch Töne in unangenehmer Frequenz abgibt. Dazu sollen auch noch Rakinol-Lappen, deren Geruch an die Anwesenheit von Menschen erinnert, den Luchs vor einer allfälligen Wiederkehr abschrecken.

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