Dorf- und Derflicharakter erhalten

Oberried

Die Ortsplanungsrevision der Gemeinde Oberried liegt auf. Sie enthält keine Ein- oder Auszonungen von Bauland.

Seit drei Jahren wird in Oberried an der Revision der Ortsplanung gearbeitet. Nun liegt sie auf der Gemeindeverwaltung auf.

Seit drei Jahren wird in Oberried an der Revision der Ortsplanung gearbeitet. Nun liegt sie auf der Gemeindeverwaltung auf.

(Bild: Bruno Petroni)

Die überarbeiteten Zonenpläne zeigen, dass die Gemeinde Oberried zwei dichter bebaute Gebiete in Seenähe hat, das Derfli im Westen und das Dorf mit dem Dorfkern. Darüber viel Weideland und Wald bis weit über den Grat fast bis zur Emme. Bestehende Schutzvorschriften in Sachen wertvolle Landschaften wurden in den neuen Zonenplan übertragen, dazu gehören Moore, Trocken- und Feuchtwiesen, Hecken und historische Verkehrswege, einzelne Bäume und besondere Felsen.

Seit drei Jahren wird an der Revision der Ortsplanung gearbeitet, und jetzt liegt das gesamte Planwerk auf der Gemeindeverwaltung auf. Bis zum 15. April können Einsprachen und Rechtsverwahrungen eingereicht werden.

Unüberbautes Bauland

An einer gut besuchten Orientierungsversammlung stellte Planer Balthasar Marx von der Ecoptima die überarbeiteten Pläne und das Baureglement vor. Eingeflossen sind auch die Mitwirkungseingaben, sofern sie berücksichtigt werden konnten. Revidiert wird die Ortsplanung aus dem Jahr 1990, die Revision ist auf eine Dauer von 12 bis 15 Jahren ausgelegt. Ihr Ziel ist es, die Dorfentwicklung zu unterstützen. Oberrieds Bevölkerung nimmt ab. Es wurde kein Land umgezont.

Es gibt noch unüberbautes Bauland, zum Beispiel zwei grössere Parzellen im Derfli. Dort war bisher eine Zone mit Planungspflicht, jetzt wurden sie der Derfli-Kernzone zugeteilt. «Wir hoffen, damit eine Überbauung zu erleichtern», sagte Gemeindepräsident Andreas Oberli. Wie gross diese Häuser sein können, wird im Baureglement festgelegt. Dort werden die neuen, interkantonal festgelegten Messweisen eingeführt.

Gebäudehöhen und maximale Länge und Breite ersetzen die Ausnützungsziffer und die Proportionsvorschriften. Aus der Versammlung wurde kritisiert, dass die künftig erlaubte Gebäudehöhe im Derfli zu hoch sei, denn dadurch werde die Qualität und «Unique Selling Proposition» von Oberried, ein authentisches Oberländer Dorfbild zu haben, ge­mindert.

Keine Einzonungen

In die überarbeiteten Zonenpläne wurden auch Gewässerräume eingeführt, die vom Bund vorgeschrieben sind. Da viele Häuser im Derfli, im Dorf und in Ebligen nahe am Brienzersee stehen, ­erfüllen die Parzellen dort die ­Kriterien für einen Verzicht aufdie vorgeschriebene 15-Meter-Schutzzone. Die Fliessgewässer, für die ein Gewässerraum festgelegt wurde, sind nicht im überbauten Gebiet.

Nicht zur vorgestellten Ortsplanung gehört die Hamberger-Überbauung, über die es wegen des Mehrwerts trotzdem zur Diskussion kam. Mehrwertabschöpfungen sind mit der Ortsplanungsrevision nicht vorgesehen, da es keine neuen Einzonungen gibt. Vorgesehen ist ein 50-prozentiger Erstwohnungsanteil. Fragen zu einzelnen Parzellen konnten nach der Orientierung bilateral diskutiert werden.

Berner Oberländer

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