Durch die Luft auf Passstrasse zurück

Guttannen

Am Montag wurde oberhalb des Spreitgrabens ein Car geborgen, der eine Böschung hinuntergerollt war. Die Strasse war mehrere Stunden gesperrt.

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Bruno Petroni

Es bedurfte des Einsatzes von wirklich schwerem Gerät, um einen auf Abwege geratenen Reisebus wieder auf den Asphaltbelag der Grimsel-Passstrasse zurückzubringen. Das Fahrzeug war am Sonntagabend gegen 22 Uhr unmittelbar östlich des Spreitgrabens, einen Kilometer unterhalb des Dorfs Guttannen von der Strasse abgekommen.

Emanuel Schläppi, Geschäftsleiter der Oberland Reisen schildert, wie dies geschehen konnte: «Der Chauffeur hielt auf einer Leerfahrt aus dem Wallis kommend infolge körperlichen Unwohlseins auf dem 100 Meter oberhalb des Spreitgraben-Kehrtunnels liegenden Ausstellplatz an. Noch bevor er die Feststellbremse zum Blockieren des Busses betätigen konnte, wurde ihm plötzlich schwarz vor Augen.»

In der Folge rollte das Fahrzeug eine Böschung hinunter, wo es nach etwa 20 Metern unmittelbar über dem Abgrund von Büschen und durch die im weichen Boden einsinkenden Räder abgebremst wurde und zum Stillstand kam. Der Fahrer erlangte sein Bewusstsein erst wieder, als das Fahrzeug bereits in seiner Endposition angekommen war. Laut Emanuel Schläppi musste der Mann zur Kontrolle ins Spital gebracht werden; inzwischen gehe es ihm den Umständen entsprechend wieder besser.

Ein 40-Tonnen-Pneukran der Frutiger AG, ein 28-Tonnen-Bergungstruck des Böniger LKW-Pannendiensts Seto AG und zwei weitere assistierende LKW hievten am Montag Nachmittag den rund 15 Tonnen schweren Bus des Carunternehmens Oberland Reisen aus der steilen Böschung. Bis es so weit war, gab es aber einiges vorzubereiten.

So musste der 40 Tonnen schwere Pneukran mit einer separaten LKW-Ladung Gewichtselementen um weitere 20 Tonnen beschwert werden. Allein diese Arbeiten dauerten eine knappe Stunde. Um den Bus sicher aufhängen zu können ohne das Chassis zu beschädigen, brachten Bergungsspezialisten an den Rädern sogenannte Hebeglocken an und verbanden diese durch zehn Meter lange Nylonschlingen mit der darüber hängenden Stahlkette.

Die Passstrasse musste im Bereich der Unfallstelle zwischen 15 Uhr und 19 Uhr für jeglichen Durchgangsverkehr gesperrt werden. Die Unfallstelle wurde während der Bergungsarbeiten durch die Kantonspolizei gesichert.

Die Schadenhöhe ist noch unbekannt, dürfte jedoch in Anbetracht der Umstände nicht sehr gross sein – ist der Reisebus doch mit keinem Hindernis kollidiert und sind von aussen keine Schäden sichtbar.

Auch am Unterboden waren keine Beschädigungen zu erkennen. Unklar ist, ob die Radaufhängungen durch das Einsinken im weichen Boden Schaden erlitten haben. Strassenabschrankungen, Verkehrssignale und andere Infrastrukturen wurden keine in Mitleidenschaft gezogen. Der Fahrer hatte zudem sehr viel Glück, nicht samt Bus in den rund 50 Meter tiefer liegenden Spreitgraben abgestürzt zu sein.

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