Egli kandidiert fürs Gemeindepräsidium

Spiez

Heinz Egli aus Faulensee steigt für die BDP ins Wahlrennen um das Gemeindepräsidium. Damit ist der einst angekündigte bürgerliche Schulterschluss vorerst Geschichte.

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Jürg Spielmann

Man wolle die bürgerlichen Kräfte bündeln, darum würden die SVP, FDP, BDP und EDU geschlossen mit «einer Persönlichkeit» zur Wahl antreten. Das hatte SVP-Präsident Ueli Zimmermann Ende Februar gesagt. Damals, als ­Gemeindepräsident Franz Arnold (SP) erklärt hatte, dass er nach 14-jähriger Amtszeit Ende Jahr in den Ruhstand treten wird.

Heute sind die Worte Zimmermanns Makulatur: Denn wie sie gestern mitteilte, hat die BDP an ihrer Parteiversammlung Heinz Egli «einstimmig als Kandidaten fürs das Gemeindepräsidium nominiert».

Der 54-Jährige gelte als «äusserst erfahrene Führungsperson, die in verschiedenen Leitungsfunktionen im unternehmerischen, wirtschaftlichen als auch im politischen Umfeld einen grossen Leistungsausweis zu verzeichnen hat», heisst es im Communiqué. «Ich bin nicht vorbelastet und habe wiederholt bewiesen, dass ich führen kann», sagt Heinz Egli auf Anfrage.

Freude und Respekt

Die Nomination freue ihn einerseits, andererseits habe er vor der Aufgabe aber auch den nötigen Respekt. Er sei intern, aber auch überparteilich zu einer Kandidatur motiviert worden, sagt er. «Ein Hauptgrund ist, frisches Blut reinzubringen und aus dem breiten Spektrum der BDP, aus der Mitte hinaus, etwas bewegen zu wollen.»

Egli hat auch als Sportfunktionär Karriere gemacht und war zuletzt acht Jahre im Präsidium von Swiss-Ski. Als einstiger Gemeindeschreiber Oberstockens und als Führungsperson werde er den gewünschten Unternehmergeist in die Spiezer Exekutive einbringen, so die BDP.

Seit vier Jahren sitzt Egli, der seit zehn Jahren in Faulensee lebt und Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Thunersee ist, im Grossen Gemeinderat. BDP-Präsident Martin Peter sagt, die Nomination sei nicht gegen eine Person, sondern für den eigenen Mann. Die BDP hätte bei den Wahlen 2012 rechts wie links Stimmen geholt. «Eine gewisse Abgrenzung erlauben wir uns. Wir wollen nicht auf Schmusekurs mit der SVP gehen.»

Enttäuschung und Bedauern

Die Freude bei den bürgerlichen Parteien hält sich ob der BDP-Kandidatur merklich in Grenzen. «Eine gewisse Enttäuschung kann ich nicht verbergen», meint SVP-Chef Zimmermann.

«Nachdem wir unzählige Gespräche für eine gemeinsame Kandidatur geführt hatten, ist es ausserordentlich bedauerlich, werden die bürgerlichen Kräfte nun verzettelt.» Er glaubt, dass es nun zu einem zweiten Wahlgang kommen wird – «und Egli chancenlos bleibt».

Ähnlich sieht es Daniel Lanz, Präsident der FDP Spiez-Aeschi. «Es ist das gute Recht der BDP, aber ich bedaure es.» Er geht davon aus, dass zwei Frauen den zweiten Wahlgang bestreiten werden. Dies wären: Vizegemeindepräsidentin und SVP-Kandidatin Jolanda Brunner sowie SP-Gemeinde- und Grossrätin Ursula Zybach.

Seine Kandidatur eingereicht hat diese Woche auch der parteilose Coiffeur Peter «Billy» Müller. Noch offen ist, was das Freie Spiez machen wird.

Je ein zusätzlicher Sitz?

Die BDP kämpft nicht nur ums präsidiale Vollamt, sie hat an den Wahlen vom 6. November auch sonst hohe Ziele: Sie strebt einen Sitz im Gemeinderat an (ohne Kandidatur des bekannten Martin Peter) und will auch im Grossen Gemeinderat einen weitere Sitz. Die 2012 kurz vor den Wahlen gegründete BDP war die Wahlsiegerin, da sie gleich vier Sitze im GGR holte.

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