Eiger Plus: Wasserspiel kann gebaut werden

Grindelwald

Die Gemeindeversammlung genehmigte Kredite von gesamthaft 2,65 Millionen Franken sowie das defizitäre Budget für das Jahr 2018. Auch die Planung der Doppelturnhalle beim Schulhaus Graben schreitet voran.

Die Grindelwaldner Stimmberechtigten zeigten sich spendierfreudig.

Die Grindelwaldner Stimmberechtigten zeigten sich spendierfreudig.

(Bild: Fotolia)

Nicht nur das Interesse der Grindelwalder Bevölkerung am politischen Geschehen scheint gross (immerhin 216 Stimmberechtigte kamen letzten Freitag in den Kongresssaal), sondern auch deren Vertrauen in den Gemeinderat. Denn die Diskussion wurde kaum benutzt. Genau genommen war dies bei einem einzigen Kredit­geschäft der Fall: beim Verpflichtungskredit von 220'000 Franken für die zweite Phase der Gestaltung der Zentrumsplätze Eiger Plus.

Ein neuer Schriftzug, eine Panoramatafel mit der Bezeichnung der umliegenden Berge und als Herzstück ein Wasserspiel in Form eines Fontänenrings sollen bis im nächsten Sommer realisiert werden. «Besonders die arabischen Gäste sind von Wasser stark fasziniert», begründete der zuständige Gemeinderat Peter Baumann. Und gab auch schon einen Einblick in die Planung der dritten Gestaltungsphase, in der unter anderem Multimediastelen mit Infos zu Grindelwalder Traditionen gebaut werden sollen.

Geld aus Infrastrukturfonds

Ein Gemeindebürger befand das Teilprojekt für unnötig. «Besser sollten wir sparen für unsere neue Turnhalle», sagte er. Bruno Hauswirth, Geschäftsführer von Grindelwald Tourismus, konterte. Es sei unpassend, zwei Vorhaben ­einander gegenüberzustellen. Schliesslich wurde der Kredit mit einer Dreiviertelmehrheit von 154 Ja-Stimmen gutgeheissen. Der allgemeine Haushalt wird mit rund 70'000 Franken belastet; die restlichen knapp 150 000 Franken entnimmt die Gemeinde dem In­frastrukturfonds, der nach dem Verkauf der Firstbahn-Aktien erstellt worden war.

Die neue Turnhalle, die beim Schulhaus Graben zu stehen kommen soll, war übrigens ebenfalls traktandiert. Und dies gleich zweifach: Einerseits ging es um einen Nachkredit von 55 000 Franken für weitere Planungsarbeiten, der genehmigt wurde, andererseits um ein Reglement über die Spezialfinanzierung der Turnhalle, die rund 8 Millionen Franken kosten wird.

Das Reglement wurde dazu erstellt, einem allfälligen Scheitern aus finanziellen Gründen an der Urne vorzu­beugen, sagte Gemeindepräsident Christian Anderegg. Künftige Überschüsse, unter anderem aus dem allgemeinen Haushalt, sollen der Spezialfinanzierung Turn­halle zugewiesen werden. «Dennoch werden wir uns für die Turnhalle verschulden müssen», so Anderegg. Auch dieses Reglement wurde gutgeheissen.

Düsterer Finanzplan

Das Budget 2018 sieht im allgemeinen Haushalt eine schwarze Null vor. Die Spezialfinanzierungen Wasser, Abwasser und Abfall miteinbezogen, resultiert ein Minus von rund 620'000 Franken. Die Versammlung genehmigte das Budget und nahm Kenntnis vom Finanzplan 2017–2021. Dieser sieht ab 2020 tiefrote Zahlen auch im Steuerhaushalt vor. Anderegg beschwichtigte: «Dieser Plan ist nur ein Planungsinstrument für den Gemeinderat.» Man werde nur jene Beträge investieren, die man sich auch leisten könne.

Unbestritten war auch die an­gepasste Überbauungsordnung «Mountain Hostel». Damit will die Besitzerschaft unter anderem hundert zusätzliche Betten im Low-Budget-Bereich anbieten und im Aussenbereich eine Hostel-Bar betreiben können.

Vor Versammlungsbeginn hiess Anderegg 28 Jungbürger im Gemeindeleben willkommen. Die meisten waren anwesend und nahmen den Bürgerbrief sowie ein Geschenk in Empfang. Ebenfalls wurde der Sanitärinstallateur-Berufsweltmeister Marcel Wyss mit grossem Applaus geehrt.

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