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Ein altes Handwerk lebt auf

150 Teilnehmer haben sich im Handmäh-Wettkampf im Oberdorf in Frutigen gemessen. In zwei Kinderkategorien waren die Einheimischen Sandra und Nico Wyssen aus Gempelen die Sieger.

Margrit Föhn aus Rickenbach (mit Hut) spornt ihre jüngere Schwester Brigitte Inderbitzin an.
Margrit Föhn aus Rickenbach (mit Hut) spornt ihre jüngere Schwester Brigitte Inderbitzin an.
Rösi Reichen
Bei den Mädchen 1 freuten sich Siegerin Sandra Wyssen (Mitte), Ried, und Anina Trachsel, Adelboden, als Fünfte. Hier mit Hansueli Wyssen.
Bei den Mädchen 1 freuten sich Siegerin Sandra Wyssen (Mitte), Ried, und Anina Trachsel, Adelboden, als Fünfte. Hier mit Hansueli Wyssen.
Rösi Reichen
Hermann Burch aus Stalden mit zweimal Johann Mazenauer (Vater und Sohn) aus Gonten.
Hermann Burch aus Stalden mit zweimal Johann Mazenauer (Vater und Sohn) aus Gonten.
Rösi Reichen
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Vor 22 Jahren wurde der Berner Kantonale Handmähverein gegründet. Die regelmässig stattfindenden Mähwettkämpfe geben dem Handwerk Auftrieb. Kleine Flächen würden wieder öfter von Hand gemäht, und das sogar schneller als mit der Motorsense, meinte ein Teilnehmer.

Das Datum in Frutigen wurde wegen einer Terminkollision verschoben. Ein Zaungast reagierte positiv: «Später wäre das Emd höher geworden und schwieriger zu mähen gewesen.» Der OK- und Vereinspräsident Armin Reichen freute sich, dass wieder um die 150 Anmeldungen eingegangen waren, von gegen 90 Herren, 30 Frauen und 33 Kindern. Es mähten Einzelpersonen, aber auch Mannschaften.

Die Landbesitzer haben ihre Wiesen wieder zur Verfügung gestellt. So konnten die Herren 45, die Damen 20 und die Kinder 12 Meter bei guten Bedingungen mähen, was sie sichtlich anstrengte.

Vom 18. bis zum 20. August ­organisieren die Handmäher aus der Innerschweiz die Europameisterschaften in Ingenbohl-Brunnen, wo einzig der Präsident Armin Reichen die Bedingungen erfüllt hat und die ­Berner vertreten darf. Am 3. September findet noch das Streue-Mähen in Rothenthurm statt.

Für ein Stück Käse

Der älteste Teilnehmer in Frutigen war Hermann Burch aus Stalden. Er wird am 11. August seinen 85. Geburtstag feiern und geht an Stöcken, legte diese aber im Wettkampf beiseite. Am Sonntag zog er in seiner ruhigen Art die Distanz von 45 Metern mit einem Wetzhalt durch. Er mähte zwei Meter breit mit einer fast hundertjährigen, scharfen Sense.

Sein gesundes Frühstück besteht aus Müesli, Ovomaltine, Käse und einigen Baumnüssen. Er hat sich gut vorbereitet und trainiert jeden Tag bei seinem Haus in Stalden für die Anlässe. «Wenn ich heute Abend ein Stück Käse mit über den Brünig nehmen darf, bin ich glücklich und zufrieden», sagte er und strahlte.

Margrit Föhn aus Rickenbach hat sich zwar mit der Sense an der Hand geschnitten, war aber dennoch in Frutigen und hat die letzte Startmöglichkeit vor der EM gepackt. An der Schweizer Meisterschaft 2016 war sie Zweite, in Frutigen belegte sie den ersten Rang.

Intensiv feuerte sie ihre jüngere Schwester Brigitte im Wettkampf an. Die 14-jährige Sandra Wyssen aus Ried mähte stark. Sie siegte letztes Jahr in Rothenthurm und hat 2017 in Herisau den zweiten Platz belegt. Am Sonntag in Frutigen hat sie gewonnen, wie auch Nico Wyssen bei den Knaben 2.

RanglistenauszugMädchen 1: 1. Sandra Wyssen, Gempelen; 2. Heidi Reichen, Achseten. Knaben 2: 1. Nico Wyssen, Gempelen. Damen 1: 6. Barbara Reichen, Achseten. Herren 1: 4. Armin Reichen, Adelboden; 12. Mario Kurzen, Achseten. Herren 2: 2. Hermann Reichen, Rinderwald. Herren 3: 6. Johann Inniger, Linter.

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