Ein Feuerwerk mit Folgen

Eine 30-jährige Ostschweizerin wurde wegen Gefährdung durch ein Feuerwerk im Oberland bestraft.

Ein Feuerwerk für eine Hochzeit sorgte nicht nur für Freude (Symbolbild).

Ein Feuerwerk für eine Hochzeit sorgte nicht nur für Freude (Symbolbild).

(Bild: Walter Pfäffli)

Anlässlich einer Hochzeitsfeier bei einer Alphütte im Oberland wurde ein grosses Feuerwerk gezündet. Die 30-jährige Trauzeugin aus der Ostschweiz liess im vergangenen Jahr in einer Herbstnacht als verantwortliche Person das Feuerwerk an einem Standort mit einer Distanz von 27 Metern zu einer Lodge und 10 Metern zu einer Luftseilbahn zünden.

Dies, obwohl die Aufbau- und Bedienungsanleitung für dieses Feuerwerk darauf hinweist, dass ein Sicherheitsabstand zu Personen, Gebäuden und brennbaren Materialien rund um den Abbrennpunkt von mindestens 50 Metern unbedingt einzuhalten ist. Zudem soll sie gewusst haben, dass sich bei der Alphütte mehrere Kälber befanden. Letzere gerieten durch das Zünden des Feuerwerks in Angst, durchbrachen den Zaun und flüchteten. Zu guter Letzt wurden die Überreste der pyrotechnischen Gegenstände auf dem Abbrennplatz zurückgelassen.

Einspruch gegen Strafbefehl

Diese Sachverhalte bescherten der jungen Frau einen Strafbefehl der regionalen Staatsanwaltschaft Oberland.

Sie wurde wegen fahrlässiger Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase ohne verbrecherische Absicht durch widerrechtliche Verwendung eines pyrotechnischen Gegenstandes, Übertretungen gegen das Sprengstoffgesetz, Tierschutzgesetz und Abfallgesetz schuldig erklärt. Sie wurde mit einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 140 Franken bei einer Probezeit von zwei Jahren und Bussen von 900 Franken bestraft. Zusammen mit den Gebühren sollte sie 1400 Franken bezahlen. Weil sie dagegen Einsprache erhob, kam es gestern Montag zur Hauptverhandlung am Regionalgericht Oberland in Thun.

Strafe zu hoch

«Weshalb haben Sie Einsprache erhoben?», fragte die Gerichtspräsidentin die Beschuldigte, unter Hinweis auf den noch möglichen Rückzug. «Weil nach meiner Meinung das Ganze nicht so schlimm ist und ich vor allem das Strafmass als zu hoch empfinde», lautete die Antwort. Zudem sei die Bewilligung der zuständigen Gemeinde vorgelegen.

Als Auskunftsperson beziehungsweise Zeugen wurden ein Hochzeitsgast sowie der Besitzer der Tiere, welcher Anzeige erstattete und dessen Mutter befragt. Deren Aussagen wichen teilweise von jenen der Beschuldigten ab. Die Verteidigerin sah einzig die Übertretung des Abfallgesetzes als erwiesen an. In den übrigen Fällen beantragte sie Freisprüche.

Die Einzelrichterin folgte grösstenteils deren Argumentation. Das Urteil lautet auf eine bedingte Geldstrafe von 12 Tagessätzen zu je 140 Franken bei einer Probezeit von zwei Jahren und Bussen von 620 Franken. Für die Freisprüche erhält die Frau zur Deckung der Anwaltskosten eine Entschädigung, der auf der andern Seite Verfahrenskosten gegenüberstehen.

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