Ein Hauch von Woodstock am See

Brienz

«Montreux meets Brienz» lebt. Den jungen Zürcher Musiker-Freelancer Fabba freuts: Er genoss den Auftritt im Garten des Seehotels Bären.

Savannah Childers, Geigenbauschülerin in Brienz, spielt mit Freelancer Fabba alias Fabian Moor.

Savannah Childers, Geigenbauschülerin in Brienz, spielt mit Freelancer Fabba alias Fabian Moor.

(Bild: Anne-Marie Günter)

2019 waren es Elton John, Janet Jackson oder Tom Jones: Das Montreux Jazz Festival ist längst ein Grossevent für andere musikalische Stilrichtungen als reinen Jazz. «Bereits der legendäre Festival-Gründer Claude Nobs hat es geöffnet», sagt Monique Werro vom Seehotel Bären in Brienz.

Sie hat einst mit ihm Kontakt aufgenommen, um die Erlaubnis zu bekommen, im Titel ihres geplanten Jazzfestivals «Montreux» führen zu dürfen. Gewissermassen vom Lac Léman zum Brienzersee.

Vom Bus auf die Bühne

Riesig wie Montreux ist das Brienzer Festival nicht geworden, aber es hat Bestand: Aktuell läuft die 26. Saison. Einer, der sich darüber freut, ist Freelancer Fabba. Der junge Zürcher Fabian Moor hat beschlossen, voll auf Musik zu setzen und auf die grossen Themen dieser Welt, mit Visionen, Kreativität und Innovation. Er ist mit einem Bus unterwegs, in dem er lebt.

Er hat einen eigenen Videokanal und steht kurz davor, genug Abonnenten zu haben, um auch Werbung machen zu dürfen. Er hat sich bei Monique Werro für einen Auftritt gemeldet, und sie fand, dass er mit seiner Musik ins Konzept von «Montreux meets Brienz» passt. Insbesondere auch, weil die Gastmusikerin von Freelancer Fabba, Savannah Childers, gegenwärtig in Brienz das Geigenbauen lernt.

50 Jahre nach Woodstock erinnerte der Auftritt der beiden an die Hippie-Zeit: barfuss, ein wild swingender und ein grüner Haarschopf, buntes Batikhemd. Grossartig ist die Location im Bärengarten mit der reichen, naturbelassenen Baumlandschaft und dem Blick auf blaue Scherenschnitt-Berghänge und einen weich-goldenen Sonnenuntergang im Westen über dem See.

«Es ist unglaublich schön hier», sagt Fabba. Dominierend auf der kleinen Bühne ist bei seinem Auftritt der grosse Handpan auf einem Holzgestell, der so aussieht, wie man sich früher ein UFO vorgestellt hat. Hauptinstrument ist die Gitarre, die Fabba sehr schön spielt. Er arbeitet mit Live-Looping, bei dem unter anderem die Mundharmonika zum Einsatz kommt.

Eines seiner sechs Instrumente, das Didgeridoo, hat er für Brienz nicht mitgenommen. «Diesen Winter werde ich stundenlang auf allen meinen Instrumenten üben und im Sommer auf Tournee gehen», sagt Fabba. Sein Musikstil? Es ist eine Art Weltmusik, mit perlenden Melodien, ein bisschen Folk, ein bisschen psychedelisch.

Zufriedene Organisatorin

Fabba singt eigene Texte, mit einer wandelbaren Stimme und mit immer wieder wild fliegenden Haaren. Savannah Childers nimmt mit einer gewissen Gelassenheit, weichen Bewegungen und einem warmen Geigenklang Fabbas musikalische Spuren auf.

Die grossen Gagen gibt es in Brienz nicht: Es gibt Kost und Logis, und das Publikum zeigt seine Wertschätzung mit einem Obolus im traditionellen Sammelhut. «Mit der Saison bin ich sehr zufrieden, unsere Gäste schätzen die Konzerte», sagt Monique Werro.

Begonnen hat die 26. Saison von «Montreux meets Brienz» am 12. Juni, das letzte Konzert wird am 14. September stattfinden. An den kommenden Konzerten sind etliche Brienzer Musiker im Einsatz.

16. und 17. August: Jazz No Evil Quartett; 23. und 25. August: Simon Huggler’s Almabild; 26. August: Opossum; 31. August: amuse-oreille; 7. September: Swanee River Jazz Band; 13. und 14. September: Tzupati Orchestra.

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