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Ein Parkhaus unter den Rebhängen?

Während den wärmeren Monaten sind Parkplätze in der Bucht Mangelware. Der Gemeinderat lässt nun prüfen, ob ein Parkhaus im Bereich des Regezhauses machbar und sinnvoll wäre.

Die gemeindeeigene Regezliegenschaft in der Bucht. Führt rechts (bei den Reben) einst die Einfahrt in ein neues Parkhaus?
Die gemeindeeigene Regezliegenschaft in der Bucht. Führt rechts (bei den Reben) einst die Einfahrt in ein neues Parkhaus?
Jürg Spielmann

Heute sind es 210. 210 von rund 1200 Stück. Die Schreibe ist von der Anzahl Parkfelder in der Bucht und von allen Plätzen auf dem Gemeindegebiet. «Wir haben in der Bucht ein Parkplatzproblem», erklärt Ursula Zybach (SP). Laut der Gemeinderätin führe dies zu ungeliebtem Suchverkehr. «In den Sommermonaten haben wir zu wenig Plätze», sagt auch Renato Heiniger. Die Situation habe sich verschärft, als die Bucht aufgewertet worden sei und spürbar an Attraktivität gewonnen habe, sagt der Abteilungsleiter Sicherheit. In den letzten Jahren also.

Nun macht sich die Exekutive Gedanken, wie man des Problems Herr werden könnte. Und zwar ganz konkret. An ihrer Sitzung vom Montagnachmittag stellte sie 37000 Franken für eine Machbarkeitsstudie bereit. «Mit dieser soll grundsätzlich aufgezeigt werden, ob der Bau eines Parkhauses im Bereich der Regezliegenschaft möglich ist.» So ist es in den jüngsten Gemeinderatsmitteilungen zu lesen. Der Gebäudekomplex an der Schlossstrasse 4, 6 und 8 ist im Besitz der Gemeinde Spiez. Hauptmieterin ist die örtliche Rebbaugenossenschaft.

Einfahrt als Knacknuss

Von Fachplanern – laut Ursula Zybach arbeiten diese für das Büro Emch + Berger – würden nun grundlegende Aspekte wie Baugrund, Verkehrsplanung, Ein- und Ausfahrt sowie Baukosten analysiert. «Im Mai wird das Planungsbüro Bericht erstatten», so die Finanzvorsteherin. Die Studie soll «eine fundierte Basis für weitere Entscheidungen in Sachen Verkehrsplanung und Parkplatzsituation in Spiez schaffen».

Handfestes gibt es heute nicht. «Es geht darum, durchzudenken, was technisch und raumplanerisch möglich ist.» Während Ursula Zybach sagt, es gäbe mehrere Bereiche für einen Parkingneubau, wird Renato Heiniger ein wenig konkreter. «In Bezug auf den Verkehrsfluss ist die Ein- und Ausfahrt des Parkings die Knacknuss. Eine Variante wäre im Bereich des Carparkplatzes an der Seestrasse.» Parkiert werden könnte dabei künftig im Hang unterhalb der Rebhänge zwischen dem Regezhaus und der Schlossanlage. Die mögliche Anzahl Parkplätze sei bislang noch kein Thema gewesen, sagt Heiniger.

Die Planung ist eng mit dem Regezhaus verknüpft. Bekanntlich plagt sich der Rebbau mit Platzproblemen bei der Produktion des «Spiezers» herum. Abteilungsleiter Heiniger denkt laut, indem er sagt, dass einst womöglich die Parkplätze auf dem Regezplatz zulasten des Projekts verschwinden könnten und dafür im Hang daneben parkiert würde.

Klar hingegen scheint bereits, dass das neue Parking eine Ergänzung und kein Ersatz für das nahe Parkhaus Bucht wäre. In diesem gibt es 120 Plätze. «Eine Überlegung war auch, dieses zu erweitern», so Heiniger. Weitere öffentliche Parkplätze, die allesamt bewirtschaftet werden, sind heute in der Bucht beim Seegarten (15 Stück), an der Schlossstrasse (32) sowie beim Regezplatz (28) und an der Seestrasse ab Minikreisel (30) zu finden.

Bei Freibad 16 Plätze weg

Nicht mehr in die 210 Parkfelder miteingerechnet sind 16 weitere auf dem Parkplatz Wabermatte neben dem Frei- und Seebad. Die Plätze in Privatbesitz pflegte die Gemeinde während der Sommersaison zu mieten. Nun aber sind vor wenigen Tagen die Bagger für die Wohnüberbauung Wabermatte aufgefahren. Die Thuner Läderach Weibel AG lässt angrenzend an die Badi-Liegewiese fünf Dreifamilienhäuser hochziehen. Laut Renato Heiniger wird der Parkplatz in den Saisons 2020 und 2021 nicht zur Verfügung stehen. Ob es dann wieder öffentlichen Parkraum gibt, ist Gegenstand von Verhandlungen.

Die Situation in der Bucht wird sich in näherer Zukunft also alles andere als entschärfen. Auch wenn jedes sechste Spiezer Parkfeld im Naturjuwel am See liegt.

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