Ein Tausendsassa mit vielen Ideen

Unterseen

In unserer Serie «Angetroffen» stellen wir heute Martin Künzi vor. Er wurde vom Physiotherapeuten zum Marketingchef der Heilsarmee.

Muss ab und zu den Kopf lüften: Martin Künzi.

Muss ab und zu den Kopf lüften: Martin Künzi.

(Bild: Nathalie Günter)

Nathalie Günter@nathalieguenter

Als Treffpunkt wählt Martin Künzi den Bahnhof Interlaken-West mit dem Ziel Top o’Met, das Restaurant mit Weitsicht im Hotel Metro­pole. Kurz vorher die Info: «Ich bin im Runft.» Wir treffen uns dort und gehen nicht Richtung Top o’Met, sondern Richtung Schiffländte beim West-Bahnhof. «Ich bin gerne auf dem Schiff», begründet der Unterseener seine Wahl.

Noch viel lieber ist er auf dem Rennvelo. Meistens allein, zwischendurch mit Ehefrau Barbara auf dem Tandem geniesst er die Möglichkeiten vor seiner Haustür. «Ich gehe meistens aus einem Impuls heraus los, darum bin ich häufig allein unterwegs.» Am Oberland gefällt ihm, dass die Routen quasi vorgegeben sind. «Entweder fährst du flach den See entlang, oder du gehst auf den Berg.» Der 46-Jährige empfindet das aber nicht als Zwang, sondern als willkommene Routine. «Du brauchst dir keine Gedanken darum zu machen, welchen Weg du nehmen willst.» So könne er den Kopf lüften.

Den Kopf lüften hat Martin Künzi zwischendurch nötig. Er arbeitet viel, als Partner einer 28-köpfigen Marketingagentur in Bern. «Im Beruf bin ich stark gefordert, muss täglich Ideen liefern.» Er geht spätestens um 7.30 Uhr in Interlaken los und kommt um 19 Uhr zurück. Früher lebten er und seine Frau in Köniz, der Arbeitsweg wäre deutlich kürzer. «Aber als die Chance kam, das Elternhaus meiner Frau zu übernehmen, haben wir keine Sekunde überlegt.» Seit neun Jahren leben die beiden nun in Unterseen.

Überhaupt fackelt Martin Künzi bei Entscheidungen nicht lange, hört auf seinen Bauch – und ist ein Tausendsassa. In seinem ersten Beruf arbeitete er als Physiotherapeut. Dann gelang ihm der Quereinstieg im Bereich Wissens- und Ideenmanagement bei der Post. Von dort ging es weiter zur Heilsarmee, als Marketingchef. Wer erinnert sich noch an die Heilsarmee-Band am Eurovision Song Contest im schwedischen Malmö? «Viele», sagt Künzi, der zu grossen Teilen für den Marketingcoup verantwortlich war. Immer wieder werde er darauf angesprochen. Und sagt ehrlich: «Es ist auch bei Aufträgen für die Agentur ein guter Türöffner.»

Ebenfalls viel angesprochen respektive angeschrieben wird er auf seinen Namensvetter, Regierungsstatthalter Martin Künzi. «Ich kriege immer wieder Post oder ein Telefon», lacht er. Er und der Regierungsstatthalter hätten dadurch «losen Kontakt».

Berner Oberländer

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