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Einbrecher verheizte Inventar in Berggasthaus

Ein Mann aus Polen wurde verurteilt, weil er im März 2017 in einen Berggasthof eingebrochen ist und dort Teile des Inventars zur Wärmeerzeugung verfeuert hat.

Der Angeklagte verfeuerte im Ofen eines Berggasthauses Möbel und einen Vorhang, nachdem er dort eingebrochen war. Am Mittwoch wurde sein Fall am Regionalgericht Thun abgehandelt.
Der Angeklagte verfeuerte im Ofen eines Berggasthauses Möbel und einen Vorhang, nachdem er dort eingebrochen war. Am Mittwoch wurde sein Fall am Regionalgericht Thun abgehandelt.
Keystone

Es war ein Föhn- oder ein Schneesturm, der Anfang März 2017 einen 42-jährigen Mann aus Polen veranlasste, in ein Sommersaison-Berggasthaus weit hinten in einem Oberländer Tal einzudringen.

Er zerschlug Fensterscheiben und verfeuerte im Ofen in der Küche Möbel und sogar einen Stoffvorhang. Die Ofentür liess er offen, sodass die Räume schwarz wurden. Er verpflegte sich mit vorhandenen Lebensmitteln, auch mit Alkohol, und wurde nach einer Nacht in flagranti erwischt.

Am Mittwoch fand das Strafverfahren gegen ihn statt. Er war nicht anwesend, seine Sache vertrat seine amtliche Verteidigerin. Sie plädierte auf rechtfertigenden Notstand gemäss Artikel 17 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs, der besagt, dass jemand rechtmässig handelt, wenn er eine mit einer Strafe bedrohte Tat begeht, um sich aus einer nicht anders abzuwehrenden Gefahr zu retten.

Nur: Der Gastwirt sagte als Zivilkläger vor Gericht aus, dass es rund ums Haus viel Brennholz gehabt hätte und dass der Mann sich vor seinem Einbruch bereits in einer Scheune mit allerlei Werkzeug bedient ­hatte. Angezeigt wurde dies nicht, weil das Werkzeug ja noch da war und den Eigentümern zurückgegeben werden konnte.

Was wollte der Mann?

Unklar blieb, warum der Mann gerade diesen Ort aufgesucht hat. Er war mit dem Zug angereist, so weit sein Ticket reichte, und dann stundenlang zu Fuss unterwegs gewesen. Angekommen war er gemäss Anklageschrift bereits um die Mittagszeit. Seiner Aussage bei der Polizei und Staatsanwaltschaft nach suchte er Arbeit, eventuell in einem landwirtschaftlichen Betrieb.

Er hatte in Thun Bett und Mahlzeit bei einer Hilfsorganisation und hätte dorthin zurückkehren können. Gerichtspräsidentin Eveline Salzmann hielt es bei weitem nicht für erwiesen, dass der Täter in Lebensgefahr gewesen war und diese nicht anders hätte abwenden können. Insbesondere der erst vor Gericht bekannt gewordene Werkzeugdiebstahl deutet eher darauf hin, dass Diebstähle in seinem Fokus gewesen waren.

Für fünf Jahre des Landes verwiesen

Weil Hausfriedensbruch in Verbindung mit Diebstahl mit einem Landesverweis bestraft wird, fand eine Gerichtsverhandlung statt. Die andern Delikte hätten mit einem Strafbefehl geregelt werden können.

Der Täter wurde in Abwesenheit zu einer bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen, einer Verbindungsstrafe von 10 Tagessätzen, ausmachend 300 Franken, zur Übernahme der Verfahrenskosten und zu einer Entschädigung von rund 4500 Franken an den Zivilkläger verurteilt.

Eine Busse von 500 Franken gab es, weil er mit dem Brandmaterial die Umwelt verschmutzt hat. Die Landesverweisung wurde für fünf Jahre ausgesprochen. Offen blieb, wie die Kommunikation mit dem Täter weitergeht.

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