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Eine Dorfbeiz im positiven Sinne

Gaststube, Saal und gutbürgerliche Küche: Die Burgergemeinde Wilderswil saniert den Hirschen, den sie 2015 gekauft hat.

So sah der Hirschen aus, bevor die Aussenhülle erneuert wurde. Zurzeit wird das Erdgeschoss saniert.
So sah der Hirschen aus, bevor die Aussenhülle erneuert wurde. Zurzeit wird das Erdgeschoss saniert.
Sibylle Hunziker

Gegenwärtig ist das Hotel und Restaurant Hirschen in Wilderswil geschlossen. Es liegt an der alten Strasse, die zur Kirche und zum Friedhof Gsteig und anschliessend nach Gsteigwiler führt. Nachbarn sind einige Oberländer Holzhäuser, aber auch der grosse BOB-Parkplatz. Mit neun Zimmern ist der Hotelteil klein, wichtiger vor allem für das Dorf sind die Gaststube im leicht erhöhten Erdgeschoss und die Burgerstube.

Der Hirschen ist für Vereine und Korporationen Sitzungsort. Das bewog die Burgergemeinde Wilderswil dazu, den Hirschen 2015 zu kaufen, nachdem er zwischenzeitlich in indischem Besitz gewesen war. «Wir wollten ihn dem Dorf erhalten, für die Vereine und als Gasthof mit gutbürgerlicher Küche», sagt Nick Sterchi, als Burgerrat zuständig für die Liegenschaften und Hirschen-Baukommissionspräsident. Die Bezeichnung Dorfbeiz im positiven Sinn lässt er gelten.

Eröffnung am 1. Juni

Die Burger sprachen einen Kredit von 920'000 Franken für den Kauf. Seither sanieren sie den Hirschen. 250'000 Franken hat die Aussenhülle gekostet. Aktuell wird für 990'000 Franken das Erdgeschoss saniert. Seit Februar 2019 ist er dafür geschlossen, am 1. Juni geht er wieder auf.

Ein Blick ins Innere zeigt, dass die Burger zusammen mit Architekt Dieter Bieri der Gaststube ihren Charakter mit einer Holztäfelung lassen. «Eine Schwierigkeit war die Sanierung des Bodens. Es gab mehrere Schichten, und die Statik stimmte nicht mehr. Jetzt könnte man mit einem Centurion darüberfahren», sagt der Architekt, der auch den Bären der Burger von Bönigen saniert hat.

Lösung mit Pächter

Die grosse, helle Küche liessen die Burger mit modernen Geräten ausrüsten. Nun kommt noch die Burgerstube dran, in welcher der rote Plättliboden mit den tiefen Fugen ausgewechselt wird, sonst wird ihr Charakter erhalten. Am direkten Zugang zur Burgerstube wird ein Treppenlift installiert, sodass der Hirschen behindertengerecht wird.

Die Sanierungsstrategie haben die Burger zusammen mit Pächter André Leimgruber ausgearbeitet. Und der Pachtzins? Die Burger, sagt Nick Sterchi, würden mit dem Pächter eine gütliche Lösung finden. Die gesamten Umbaukosten könnten nicht auf den Pachtzins abgewälzt werden, es gehe um das Dorfleben.

Der Hirschen liegt in der Nähe der Wilderswiler Infrastrukturprojekte, an welche die Burger Landwirtschaftsland und auch die Mietgärten abgeben mussten. Sie tangieren den Hirschen und seine Gartenterrasse aber nicht. – Auf den 1. Juni um 17 Uhr laden Pächter und Burgergemeinde die Bevölkerung zur Hirschen-Neueröffnung ein.

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