Eine märchenhafte Premiere im Stadtkeller

Wengen

Die Freie Marionettenbühne Wengen führte ihr neues Stück «Dornröschen» nach den Brüdern Grimm erstmals im Stadtkeller auf.

Szene in der Schlossküche: Das Dornröschen mit dem Koch (l.) und dem Diener.

Szene in der Schlossküche: Das Dornröschen mit dem Koch (l.) und dem Diener.

(Bild: Monika Hartig)

Eine hübsche Königin mit schwarzem Zopf badet in einer mit Rosen geschmückten Holzwanne: Als sich am Sonntag im Stadtkeller Unterseen der Bühnenvorhang öffnete, staunte Jung und Alt. Gross war die Spannung vor der Premiere des Grimm-Märchens «Dornröschen», bei den Darstellern wie auch bei den vielen Kindern.

Zuvor hatte Erzähler Martin Niedermann die Kleinen noch ein Lied zum Mitsingen gelehrt: «Eins, zwei, drei, vier, fünf und acht – ig haa i der Schuel nüt gemacht, bin nur umegsässe und ha alles vergässe.»

Der Frosch behält recht

Ein dicker grüner Frosch besucht die Königin im Bad und verspricht ihr, dass sie übers Jahr ein Kind bekommen werde. Es wird ein Mädchen, und da die Königin Rosen liebt, nennt sie es Dornröschen. Zur Taufe wollen der König und die Königin dreizehn weise Feen einladen, doch die essen nur von goldenen Tellern.

Ein Teller fehlt. So ruft der Diener des Königs nur zwölf Feen zum Fest und singt dazu: «Eins, zwei, drei...» Mit wehenden bunten Seidenschleiern rauschen die Feen ins Schloss, scharen sich um die Wiege und wünschen dem Kind Glück.

Die böse schwarze Fee

Begleitet von dramatischen Leierklängen und zuckendem Licht, saust die böse dreizehnte Fee in Schwarz in die Kinderstube. Sie verwünscht die Kleine, auf dass sie sich mit 15 Jahren an einer Spindel stechen und 100 Jahre schlafen soll. Da lässt der König alle Spinnräder im Königreich verbrennen.

Mit Ah und Oh bestaunte das junge Publikum das lodernde Bühnenfeuer. Und die bunt kostümierten, tänzelnden Puppen, die Niedermanns Stimme jeweils so lebendig werden liess.

«Dornröösli, schlaf ii»

Nach der Pause mit Wengener Magenbrot folgte der Zeitsprung: Das 15 Jahre alte Dornröschen sticht sich an der Spindel der bösen Fee und sinkt in tiefen Schlaf. Auch der Koch, der Diener, Hund, Katze, Mäuse und die Fliegen schlafen ein. Eine grosse Rosenhecke wächst um das Schloss herum.

Und die Kinder sangen: «Dornröösli, schlaf ii, la sWache la sii, träum die schönschte Träum.» Seit dem Frühjahr hatte das Ensemble der Puppenspieler das Märchen entwickelt und inszeniert.

«Wir hatten Respekt vor diesem Stück. Es gab viel zu überlegen, wie wir einen Spannungsbogen hineinbringen», so Erzähler Niedermann. Als neues Element brachte man den einfältigen Diener des Königs ins Spiel, über dessen Schusseligkeit die Kinder sich köstlich amüsierten. Der Applaus zeigte es: Die Premiere von «Dornröschen» war ein voller Erfolg.

Nächste Vorstellung «Dornröschen» im Stadtkeller Unterseen: Mittwoch, 20. November, 14 Uhr.

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