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Eine Zugreise ins 19. Jahrhundert

Ein Jahr nach erfolgreicher Restauration startete die Dampflok 208 der Ballenberg-Dampfbahn zur vorläufig letzten Fahrt von Interlaken nach Meiringen und zurück.

Ungewöhnlicher Zug aus ungewöhnlicher Perspektive: Die Fahrt der Dampflok 208 ins Bild gesetzt vom Turm der Burgruine Ringgenberg aus.
Ungewöhnlicher Zug aus ungewöhnlicher Perspektive: Die Fahrt der Dampflok 208 ins Bild gesetzt vom Turm der Burgruine Ringgenberg aus.
Guido Lauper
Mit ihrer Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern gilt die 208 als schnellste Schmalspurdampflok Europas.
Mit ihrer Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern gilt die 208 als schnellste Schmalspurdampflok Europas.
Guido Lauper
Nach der Ankunft in Interlaken-Ost wurde das Dampfross auf der Drehscheibe vor dem Depot in Richtung Brienz abgedreht, um für den Einsatz im nächsten Jahr wieder bereit zu sein.
Nach der Ankunft in Interlaken-Ost wurde das Dampfross auf der Drehscheibe vor dem Depot in Richtung Brienz abgedreht, um für den Einsatz im nächsten Jahr wieder bereit zu sein.
Guido Lauper
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Am gestrigen Sonntag versetzte die Ballenberg-Dampfbahn (BDB) ihre Gäste nochmals ins Zeitalter der historischen Brünigbahn zurück. Und zwar eine Woche bevor die Strecke der Zentralbahn zwischen Interlaken-Ost und Brienz wegen der Sanierung der Tunnels mit Ersatzbussen bedient wird.

«Die Fahrt mit dem historischen Zug war technisch und fahrplanmässig erfolgreich», freute sich BDB-Vereinspräsident Roger Henchoz. «Auch wenn wir im Testjahr keine Reklame machten und der Zug deshalb nur zu einem Drittel gefüllt war.» Dazu spannte die BDB die nach dem Depotbrand von 2013 verwüstete und danach instand gestellte Dampflok G 3/4, Nr. 208 ein. Diese hatte mit sieben «Schwestern» ab 1906 bis Mitte des 20. Jahrhunderts zwischen Interlaken-Ost und Meiringen gedient.

Nach der Ankunft in Interlaken-Ost wurde das Dampfross auf der Drehscheibe vor dem Depot in Richtung Brienz abgedreht, um für den Einsatz im nächsten Jahr wieder bereit zu sein. Dazu erhält sie laut Robertus Laan, Marketingverantwortlicher, im Winterhalbjahr als erste Dampflok der Schweiz ein elektronisches Zugsicherungssystem. Laan dankt: «Die Beschaffung wurde durch ein erfolgreiches Crowdfunding realisiert!» Will heissen per Schwarmfinanzierung, bei der sich mehrere Personen oder Unternehmen beteiligen.

Roger Henchoz ist guten Mutes, dass auch die noch ausstehenden Instandstellungskosten für die Lok vollständig zusammenkommen. Mit ihrer Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern gilt die 208 als schnellste Schmalspurdampflok Europas. So kann sie im dichten Fahrplan der Zentralbahn zwischen Interlaken-Ost und Meiringen mithalten.

Nebst der Lok erfüllte auch das mitgeführte Wagenmaterial alle erdenklichen Nostalgiewünsche. Als die Lok das Licht der Welt erblickte, waren die Personenwagen aus den Jahren 1886 bis 1889 nach menschlichem Generationenverständnis bereits volljährig gewesen. Damit gehören sie zu den ältesten, die immer noch auf ihrer Originalstrecke verkehren. Ein zum fahrenden Restaurant umgebauter Gepäckwagen machte und macht die flotte Fahrt zur einmaligen Zeitreise 150 Jahre zurück.

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