Der letzte Bach wird sicherer

Leissigen

Künftig soll auch der westliche Dorfteil Leissigens vor extremen Hochwassern geschützt sein.

Das letzte und teuerste Hochwasserschutzprojekt für die Gemeinde Leissigen liegt derzeit öffentlich auf.

Das letzte und teuerste Hochwasserschutzprojekt für die Gemeinde Leissigen liegt derzeit öffentlich auf.

(Bild: zvg)

Um die roten Zonen aus Leissigens Gefahrenkarte zu eliminieren, wurden in den letzten Jahren die Geschiebesammler im Unterlauf der drei Bäche vergrössert, die durch die östlichen und mittleren Quartiere fliessen. Das letzte und teuerste Hochwasserschutzprojekt liegt derzeit öffentlich auf: Für über fünf Millionen Franken soll das westliche Siedlungsgebiet künftig selbst bei 100-jährlichen Hochwassern des Griesbachs geschützt werden.

35'000 Kubikmeter Geschiebe könnte der Griesbach ins Tal tragen, wenn gleich beide Zuflüsse, der Neuried- und der Chrüzgraben, wild werden. Das sind circa 30'000 Kubikmeter mehr, als der bestehende Geschiebesammler fassen kann. Deshalb soll er vergrössert werden. Ein Teil der rund 30'000 Kubikmeter Aushub werde zum Ausebnen von Mulden im Kulturland östlich des Geschiebesammlers verwendet, erklärt Markus Stump, Präsident der Schwellenkorporation Leissigen, auf Anfrage.

Ein Teil des geschiebeartigen Aushubs sowie das Geschiebe von zukünftigen Ereignissen sollen im Uferbereich der Rigips sowie dem Fritzengraben beigegeben werden. «Das ist zugleich eine ökologische Aufwertung», sagt Stump. Denn vor Jahren ist an dieser steilen Stelle ein Stück Seeboden abgerutscht.

Ziel: 2019/2020 bauen

Weiter ist eine Befestigung der Bachufer und -sohlen mit Blocksatz geplant, und die Ufer werden zum Teil erhöht. Die Brücke der Krattigstrasse erhält einen Staukragen sowie eine Leitmauer rechts und einen Überlaufkorridor links. Drei kleinere Brücken über den Bach und die beiden Gräben werden neu angelegt, ebenso wie etliche Fuss- und Wanderwege. Für den Bau werden rund 1,3 Hektaren Wald gerodet. Davon sollen gut 1,1 Hektaren wieder am gleichen Ort nachwachsen. Für die restlichen 1600 Quadratmeter, die vor allem durch den grösseren Geschiebesammler auf Dauer verloren gehen, sind Ersatzaufforstungen an steilen Strassenbörtern in der Umgebung geplant.

Das Projekt betrifft viele Grundeigentümer und musste von vielen Fachstellen geprüft werden. «Alle sind einverstanden», berichtet Stump. «Deshalb sind wir guten Mutes, dass wir 2019/2020 bauen können.»

Das Projekt liegt noch bis 18. Dezember bei der Gemeindeverwaltung Leissigen öffentlich auf.

Berner Oberländer

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