Heikle Aktion zum Schutz des Dorfs

Leissigen

Der Holzschlag an den Hängen des Eybachs in Leissigen war gefährlich und unrentabel. An die 140'000 Franken teure Aktion zum Schutz des Dorfes und der Strassen bezahlten der Kanton Bern, Swissgrid und die Schwellenkorporation.

Res von Känel aus Aeschi hat von Januar bis Ende Mai 2015 im Team von drei Forstwarten mitgearbeitet: «Die Arbeit in extrem steilem Gelände am Eybach in Leissigen war speziell, es gab Risiken. Angeseilt und gesichert Holz zu fällen, ist eine Herausforderung, und man muss einander vertrauen können», sagte er.

900 Kubikmeter Holz wurden geschlagen, grosse, alte, kranke Bäume, solche, die schräg standen und deren Wurzeln unterspült waren. Per Bodenzug wurde ein Drittel der Menge aus dem Wald geholt.

Bis 15 Personen im Einsatz

Bis zwei Tonnen schwere Stämme und teilweise auch ganze Bäume, total etwa 600 Kubikmeter Holz, wurden mit dem Helikopter der Firma Rotex AG zwei Tage lang abtransportiert und oben am Dorf an der Strasse zur Meielisalp gelagert. Dabei waren bis 15 Personen im Einsatz, und der Projektleiter Simon Lempen meinte nachdenklich: «Wir sind froh, wenn abends alle gesund aus dem Wald heimkehren.»

Für 28'000 Franken konnte Holz verkauft werden beim 140'000 Franken teuren Projekt, das 2014 geplant worden war. Die Hochspannungsleitung war eine extrem grosse Herausforderung für den Helikopterpiloten. Deshalb bezahlte auch Swissgrid einen Beitrag. Für Holzschläge mit Schutzfunktionen richtet der Kanton Subventionen aus, in diesem Fall 87'000 Franken. Der Schwellenkorporation bleiben Restkosten von 11'000 Franken.

Besser machen

«Beim Hochwasser 2005 haben wir dazugelernt. Bei grossem Schadenpotenzial wird jetzt an den Flanken der Bäche eine Baumlänge hoch ausgeholzt. Ziel ist ein gemischter Wald mit verschiedenen Arten, und gewünscht ist ein Bestand von 40 Prozent, dann rutscht der Hang nicht.

Die Gefahr ist gebannt, dass Bäume bei starken Regenfällen weggespült werden und bis in den Thunersee gelangen», erklärte der Förster des Forstreviers Thunersee-Suldtal, Beat Reinhard. An den steilen Hängen sprössen bald wieder Büsche, die mit ihrem Wurzelwerk die Erosion stoppen würden.

Der Jungwuchs werde das Dorf Leissigen für etwa zwanzig Jahre schützen. Auch der Bereichsleiter Waldwirtschaft (Waldabteilung Alpen vom Amt für Wald des Kantons Bern), Andreas Lötscher, befürwortet eine minimale, vorbeugende Pflege in Hängen, wo schwere Gewitter und Murgänge Schäden verursachen könnten.

50 kamen zur Waldbegehung

50 Personen aus den Gemeinden Aeschi, Krattigen, Leissigen und Därligen sind am Samstag der Einladung des Forstreviers Thunersee-Suldtal zur Waldbegehung gefolgt. Nach der Busfahrt vom Bahnhof Leissigen auf die Meielisalp hat Reinhard den Anwesenden die Gerinneholzerei des Eybachs erklärt und auf dem Rückweg ins Dorf immer wieder vor Ort die neuralgischen Punkte angesprochen und Fragen beantwortet.

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