«Erfolgsmodell» feiert Zehnten

Spiez

Parlament und Souverän sprachen der Spiez Marketing AG einst das Vertrauen aus. Glaubt man den Machern, taten sie gut daran. Morgen steigt für 10 Jahre Smag ein Fest.

Teilt sich 550 Stellenprozente: Das Smag-Team mit (von links): Eva Blaser (Sachbearbeiterin Finanzen), Jolanda Küng (Projektleiterin Gewerbe/Wirtschaft), Corina Hefti (Praktikantin), Larissa Valladares (Sachbearbeiterin Tourismus), Manuel Fischer (Stv. Geschäftsführer), Stefan Seger (Geschäftsführer), Beatrice Höchli (Sachbearbeiterin Spiez/Faulensee), Cindy Wüthrich (Sachbearbeiterin Spiez/Faulensee)

Teilt sich 550 Stellenprozente: Das Smag-Team mit (von links): Eva Blaser (Sachbearbeiterin Finanzen), Jolanda Küng (Projektleiterin Gewerbe/Wirtschaft), Corina Hefti (Praktikantin), Larissa Valladares (Sachbearbeiterin Tourismus), Manuel Fischer (Stv. Geschäftsführer), Stefan Seger (Geschäftsführer), Beatrice Höchli (Sachbearbeiterin Spiez/Faulensee), Cindy Wüthrich (Sachbearbeiterin Spiez/Faulensee)

(Bild: PD)

Jürg Spielmann

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Und weil sich in Spiez die Gründung der professionellen Ortsmarketingorganisation zum zehnten Mal jährt, sind die Spiezer morgen Abend ins Freibad eingeladen.

«Wir entschieden uns zu einem Fest fürs Volk und für alle Involvierten, die mit der Gründung der Spiez Marketing AG Mut bewiesen haben», sagt Stefan Seger.

Der Betriebswirt aus Oberhofen ist seit Anbeginn Geschäftsführer der Smag, wie die Unternehmung in Spiez genannt wird. Das Lichterfest zu deren Ehren steigt ab 19.30 Uhr.

Lichtblicke im Ortsmarketing waren in den Nullerjahren Mangelware, weshalb der Gemeinderat zur Offensive bliess, die in der Smag gipfelte. Ein Erfolgsmodell? «Für mich klar», sagt Stefan Seger.

Er benennt Gründe, ohne das Angebotsportfolio wiederzukäuen. Verknappt: Das Standortmarketing aus einer Hand – die integrale Tourismus-, Wohnorts- und Wirtschaftsförderung – entpuppte sich als Glücksfall, indem es Grenzen überwand und wichtige Player verband.

Es ermöglichte, Ideen und Projekte rasch und effizient umzusetzen. Es sorgte für eine heute direkte und konstruktive Zusammenarbeit der Aktionäre Gemeinde, Spiez Tourismus und Gewerbeverband.

«Zu Beginn wurden wir mit Argusaugen beäugt», sagt Stefan Seger. Speziell er. «Ich will das Beste für Spiez und nicht für mich.» Sein Fell sei dicker geworden. Dass er der «Lärmheini» sei, wie Buchtanwohner einst fanden, liess ihn aber nicht unberührt.

Stark neben den Grossen

Vom Nutzen der Smag ist auch Hans Martin Hadorn überzeugt. Der Fürsprecher und Notar war Verwaltungsrat der ersten Stunde, von 2014 bis letzten Juni, als er an Adrian Studer übergab, führte er die AG als Präsident.

«Mit der Smag konnte die Vorarbeit in Zählbares umgemünzt werden.»Hans Martin Hadorn, langjähriger Smag-Präsident

«Die Gründung war richtig, weil der 2003 eingeleitete Orsmarketingprozess, insbesondere getragen durch die Organisation Spiez-Aktiv, in eine professionelle Form überführt werden musste.»

Die Erkenntnis, dass die hochgesteckten Ziele und Erwartungen mit Freiwilligenarbeit und den knappen finanziellen Ressourcen nicht zu erreichen waren, habe zu einer gewissen Ernüchterung geführt.

«Auch die neu geschaffene, professionelle Teilzeit-Ortsmarketingstelle hat die hohen Erwartungen nicht erfüllt. Mit der Gründung der Smag konnte die gute Vorarbeit von SpiezAktiv in zählbare Resultate umgemünzt werden», so Hadorn.

Was ist besser als vor 2009? «Spiez ist visibler und präsenter zwischen Thun und Interlaken», sagt Stefan Seger. Für die TOI (Interlaken Tourismus) etwa sei man ein verlässlicher Partner geworden.

Man profitiere von deren globalen Kanälen stark. Die Logiernächte, 2018 128'000 an der Zahl, sind so hoch wie 1990 – mit weniger Betten als damals.

«Die von der Gemeinde zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel werden gezielt und koordiniert eingesetzt», sieht Hans Martin Hadorn ein weiteres Plus.

Der konkreten Erfolge sind viele: die Strandsportoffensive mit der Beacharena etwa, das Seaside Festival oder auch Angebote wie der Kanuweg, die Anlaufstelle für das Gewerbe, das Senioren- oder das Wirtschaftstreffen.

Nicht alles war ein Renner: Das Winterpauschalangebot, das nur von vier Personen gebucht wurde, zum Beispiel. Oder das Jazz- und Bluesfestival in den Hotels Eden und Belvédère, das schlicht zu wenig Musikfans anlockte.

Gemeindepräsidentin Jolanda Brunner (SVP), seit 2014 in der Smag-Verwaltung, kennt einen weiteren Wert der Spiez Marketing AG: «Sie hat einen anderen Blick auf verschiedene Themenfelder, sie ist eine Bereicherung für Diskussionen und die Ideenentwicklung.» – «Dass wir beispielsweise bei der Arealentwicklung BLS/Post/Kronenplatz, die für Spiez wegweisend ist, mitreden können, ist toll», so Seger.

Quo vadis, Smag?

Wohin führt der Weg des Geburtstagskindes? Wo warten die Herausforderungen? «Ich hoffe, dass wir an der gleich langen Leine gelassen werden wie bisher, um unser Portfolio weitertreiben zu können», sagt der Geschäftsführer.

«Die Smag hat einen anderen Blick auf verschiedene Themenfelder.»Jolanda Brunner, Spiezer Gemeindepräsidentin

Hans Martin Hadorn schlägt in dieselbe Kerbe: «Die Smag ist gefordert, immer wieder aufzuzeigen, dass sie mit wenig Mitteln in kurzer Zeit sehr viel erreicht. Es besteht die Gefahr, dass das für selbstverständlich genommen wird.

Bestrebungen, die finanziellen Mittel zu kürzen, sind da. Dies wäre definitiv ein falsches Signal und ein Rückschritt.» Sie müsste daher, findet Hadorn, mit ihrem Dienstleistungsangebot zunehmend aus eigener Kraft finanzielle Mittel generieren und dadurch noch unabhängiger und handlungsfähiger werden.

Wie er findet auch Jolanda Brunner, dass es nach der Pionierphase nun ans Konsolidieren geht: «Es braucht nicht immer neue Projekte, aber den Mut, Bestehendes zu überprüfen und bei Bedarf durch etwas Besseres zu ersetzen.»

Zuerst aber wird morgen gefeiert. Dass das Lichterfest auf Freitag, den Dreizehnten, fällt, soll kein schlechtes Omen sein.

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