Zum Hauptinhalt springen

Erste musikalische Gipfelbesteigung geglückt

Eine musikalische Viererseilschaft erklomm mit Beethoven den ersten Gipfel der Sommets Musicaux de Gstaad. Begleitet wurde ihr Aufstieg vom Luzerner Sinfonieorchester.

Orith Tempelman
Glänzten in der Kirche von Saanen (von links): Renaud Capuçon (Violine), Edgar Moreau (Cello), Kit Armstrong (Klavier) und Dirigentin Elena Schwarz.
Glänzten in der Kirche von Saanen (von links): Renaud Capuçon (Violine), Edgar Moreau (Cello), Kit Armstrong (Klavier) und Dirigentin Elena Schwarz.
PD/Miguel Bueno

Der Chor der Kirche von Saanen war fast zu eng für das Luzerner Sinfonieorchester und die drei Solisten samt Konzertflügel. Doch von Enge war bei den Darbietungen der Interpreten nichts zu spüren. Das Konzertprogramm, das die 20-Jahr-Jubiläumsausgabe der Sommets Musicaux de Gstaad (SMG) eröffnete, war eine Hommage an einen anderen Jubilaren – den vor einem Vierteljahrtausend geborenen Ludwig van Beethoven.

Mit dem Tripelkonzert in C-Dur wählte der Komponist eine originelle Zusammensetzung: ein klassisches Klaviertrio im Dialog mit einem Sinfonieorchester. Pianist, Violinist und Cellist – diese unterschiedlichen Solisten mit einer Philharmonie in Einklang zu bringen, ist keine Kleinigkeit und für den Dirigenten eine Herausforderung.

Die 1985 in Lugano geborene australisch-schweizerische Dirigentin Elena Schwarz gab an diesem Abend ihr Debüt beim Luzerner Ensemble, dem ältesten Sinfonieorchester der Schweiz. Ihre Art zu dirigieren lässt an die Geschmeidigkeit einer Raubkatze denken, gepaart mit der Anmut eines tanzenden Paradiesvogels.

Elena Schwarz verfügt über ein beeindruckendes Rhythmusgefühl, aber vor allem auch über ein strahlendes Lächeln, mit dem sie auch schwierigen Passagen eine gewisse Leichtigkeit verleiht – eine Leichtigkeit, die auch ein Beethoven verdient, dessen Musik nicht gerade leichtfüssig daherkommt.

Lächelnd zeigte Elena Schwarz auch immer wieder den drei Solisten Kit Armstrong (Klavier), Renaud Capuçon (Violine) und Edgar Moreau (Cello) ihre Einsätze an, und es schien, als schaffe sie damit eine mitreissende Komplizenschaft. Das gemeinsame freudige Musizieren erlaubte jedem der Interpreten, auf gleichem Niveau mit den jeweils anderen zu kommunizieren.

Allerdings favorisierte Beethoven im Tripelkonzert den Part des Cellos, das jedes neue Thema ankündigt. Im zweiten Satz, dem Largo – wundervoll interpretiert von Edgar Moreau –, erhält das Werk sogar ansatzweise den Charakter eines Cellokonzerts. Im Gegensatz dazu muss sich das Klavier fast ausschliesslich mit Arpeggios und weiteren musikalischen Verzierungen begnügen und die vom Cello initiierten Themen fast nur als Echo wiederholen.

Doch dank des brillanten und virtuosen Spiels des amerikanischen Pianisten Kit Armstrong hätte niemand vermuten können, dass Beethoven den Klavierpart nicht allzu anspruchsvoll anlegte. Auch der Violinist und künstlerische Leiter der SMG, Renaud Capuçon, konnte nur in der Rolle eines hervorragenden Kammermusikers, nicht aber als eigentlicher Solist auftreten.

Im zweiten Teil des Konzerts interpretierten Elena Schwarz und das Luzerner Sinfonieorchester Beethovens 1. Sinfonie. Durch die Verwendung aller Orchesterinstrumente inklusive Trompeten und Pauken und die dynamische Interpretation wurde den Zuhörenden ein grosses klangliches Farb- und Stimmungsspektrum geboten.

Dieser Artikel wurde automatisch auf unsere Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch