«Es macht einfach viel Spass»

Interlaken

Die Konzertreihe «Musig ufem Marktplatz» geht in die achte Saison. Organisator Kurt Brunner freut sich über die grosse nachbarliche Solidarität.

<b>Treffpunkt für Touristen und Einheimische:</b> Die Gratiskonzerte auf dem Marktplatz erfreuen sich grosser Beliebtheit.

Treffpunkt für Touristen und Einheimische: Die Gratiskonzerte auf dem Marktplatz erfreuen sich grosser Beliebtheit.

(Bild: PD)

Schon im Römischen Reich war der Marktplatz, das sogenannte Forum, wirtschaftliches und ­gesellschaftliches Zentrum von Dörfern und Städten. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch in Helvetien nicht, auch in Interlaken nicht. Hier hiess der zentrale Platz zwar bis Mitte des 19. Jahrhunderts noch Sagiplatz, wo mit umgeleitetem Aarewasser ein Sägewerk betrieben wurde.

Doch Treffpunkt der Menschen war er schon seit Jahrhunderten. Zusätzliche Attraktivität gewann der Marktplatz 2002, als er neu asphaltiert und mit einem Wasserspiel ergänzt wurde.

Jeder Marktplatz ist nur so lange attraktiv, wie er von möglichst vielen Menschen genutzt wird. Dazu beitragen können auch Veranstaltungen – solche wie die vom bekannten einheimischen Trompeter Kurt Brunner organisierten Konzerte jeweils am Freitagabend in der Sommersaison. Ihr Motto, wie könnte es anders sein: «Musig ufem Marktplatz».

Hohe Akzeptanz

«Insgesamt haben wir in den vergangenen sieben Jahren rund siebzig Konzerte durchgeführt mit 44 verschiedenen Bands und total etwa 170 Musizierenden», blickt Kurt Brunner zurück. Dabei gabs für fast jeden Geschmack etwas – vom Country und Blues über Rock und Reggae bis zu Ländlermusik. Ein ebenso bunter Mix herrscht auch beim Publikum. Brunner: «Der Anteil der Touristen ist gestiegen, und vor allem die Araber und Inder sind besonders begeisterungsfähig.»

Gleichzeitig gelte es aber, «den Einheimischen das Selbstbewusstsein zu stärken», sagt Kurt Brunner. Dies sei nicht nur mit grossen Festivals möglich, sondern alternativ auch mit Anlässen im kleinen Rahmen. Die Reaktionen geben ihm recht: «Musig ufem Marktplatz» geniesst bei den Anwohnern eine hohe Akzeptanz.

Brunner: «Obwohl die meisten unserer vielen Konzerte bis 22 Uhr dauern, gab es bisher noch nie Lärmreklamationen.» Und: «Alle an- und umliegenden Restaurants und Geschäfte, auch jene in der Marktgasse, sind ausnahmslos solidarisch und beteiligen sich am Sponsoring.»

Ehrenamtlicher Organisator

Neben diesen finanziellen Beiträgen kann sich Kurt Brunner auf weitere Sponsoren verlassen. Auf der Ausgabenseite fallen vor allem die (kleinen) Gagen und die Suisa-Gebühren ins Gewicht. Die Miete des Platzes hingegen entfällt – die Gemeinde ist grosszügig.

Seinen persönlichen Arbeitsaufwand berechnet Kurt Brunner ebenfalls nicht beziehungsweise bucht ihn als «ehrenamtlich» ab. Denn, so sagt der bescheidene Soloorganisator, der gerne auch mal als Gastmusiker auf der Bühne steht: «Es macht einfach viel Spass.»

«Musig ufem Marktplatz» jeweils am Freitag um 18.30 Uhr: 7. Juni Copperhead. 14. Juni Hammond Experience. 21. Juni Eugenio’s Entlifescht. 5. Juli Future United Collective. 12. Juli Dings Coverband. 19. Juli Jazz Cocktail. 26. Juli Azucariba. 9. August Poco Loco. 16. August Jazz Selection. 23. August Tom Lee.

Berner Oberländer

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