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«Es wird erwartet, dass ich am Karren mitziehe»

Das Landschaftstheater Ballenberg zeigt in seiner 25. Inszenierung «Romeo und Julia auf dem Dorfe». Die Ringgenbergerin Aline Beetschen ist bereits zum sechsten Mal dabei, dieses Jahr erstmals als Profischauspielerin.

Vreneli (Aline Beetschen) und Sali (Saladin Dellers) lieben sich. Doch der Krach ihrer Väter steht ihrem Glück im Wege.
Vreneli (Aline Beetschen) und Sali (Saladin Dellers) lieben sich. Doch der Krach ihrer Väter steht ihrem Glück im Wege.
PD

Sie hatten beim Landschaftstheater Ballenberg als 13-jähriges Meitschi Ihren ersten Auftritt. Erinnern Sie sich?

Aline Beetschen: Ja natürlich. 2009 stand das «Vreneli ab em Guggisberg» auf dem Programm. Meine Mutter Brigit hatte die musikalische Leitung inne und dirigierte einen Zigeunerchor, in dem ich mitsang. Ich hatte sogar so etwas wie einen Soloauftritt, sang zusammen mit einem Mann und einer Frau. Meine ganze Familie machte mit: Vater, Mutter, Bruder, Schwester, zwei Pferde und ein Hund. Es war megatoll.

Und seither waren Sie immer dabei?

Nein. Ich machte Pausen. Aber ich entdeckte auf dem Ballenberg meine Leidenschaft für die Bühne. Dieses Jahr bin ich zum sechsten Mal dabei.

Sie hatten 2012 in Gotthelfs «Besenbinder von Rychiswil» und 2013 in «Vehsturz» Ihre Auftritte. Es folgten ab 2015 die Hauptrollen als Vreneli in «Ueli der Knecht» und «Ueli der Pächter» sowie jetzt bei «Romeo und Julia auf dem Dorfe». Bei den Fussballern sind Heimspiele ein Vorteil. Und für Sie beim Landschaftstheater?

Es ist für mich wie ein Heimkommen. Ich kenne die Leute, weiss, was mich erwartet, und schätze die gute Atmosphäre. Ich bin beim Landschaftstheater gross geworden. Es ist megaschön.

Was auffällt: Sie spielen jetzt zum dritten Mal ein Vreneli. Ändern Sie nächstens den Namen?

Nein, ganz sicher nicht. Da gefällt mir Aline viel zu gut.

Was unterscheidet das Gotthelf-Vreneli vom Keller-Vreneli?

Beides sind starke Frauen. Das Vreneli in Kellers Novelle liebt den Sali, die beiden dürfen sich aber wegen des Krachs ihrer Väter jahrelang nicht sehen, bleiben sich aber im Herzen verbunden. Die Aussicht der beiden auf eine Zukunft ist aber zerstört. Die Geschichte endet tragisch. Das Gotthelf-Vreneli, aufgestellt und fröhlich, und ihr Ueli erleben eine ganz andere Liebesgeschichte.

«Romeo und Julia auf dem Dorfe» ist Ihr erstes Engagement als Profischauspielerin. Was hat sich geändert?

Die Erwartungen, die ich erfüllen muss. Ich bin nicht mehr das Meitschi, das bei den Leuten gut ankommt. Es wird auch erwartet, dass ich am Karren mitziehe.

Die männliche Hauptrolle hat der zwei Jahre ältere, in Bern geborene und nun als Schauspieler in Berlin lebende Saladin Dellers inne. Klappt das Zusammenspiel?

Es funktionierte von Beginn weg super. Wir haben es lustig zusammen. Es stimmt einfach. Das erleichtert die Arbeit enorm.

Aline Beetschen, Sie sind Profischauspielerin und Köchin EFZ, Ski- und Snowboardlehrerin (Instruktor Kids) und zählen unter «sonstige Fähigkeiten» Jagen auf. Gehen Sie auf die Jagd?

Ja. Ich darf aber nicht schiessen, weil ich die Jagdprüfung noch nicht gemacht habe. Mir fehlte bisher die Zeit dafür. Aber ich gehe mit und mache mich wenn nötig als Trägerin nützlich.

Zurück zur Schauspielerin. Wie geht es weiter?

Ich habe die Bachelorprüfungen erfolgreich abgeschlossen und werde ab August dieses Jahres bis Januar 2020 ein Praktikum am Stadttheater Bern absolvieren. Erst nach diesem gibt es das Diplom. Was ich dann machen werde, ist noch völlig offen. Eine Möglichkeit ist, das Masterstudium in Angriff zu nehmen. Vielleicht auch im Ausland.

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