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Feuz und die Touristiker triumphieren

Bessere Verhältnisse hätten sich die Organisatoren des Lauberhornrennens kaum wünschen können: Das Wetter spielte entgegen den Befürchtungen voll und ganz mit – und machte beste Werbung für die Region.

Einen Schweizer auf dem Podest gab es am Sonntag keinen zu bejubeln: Daniel Yule (Bild) und Ramon Zenhäusern landeten zeitgleich auf Rang 5. Insgesamt 61'000 Zuschauer sorgten für ein gelungenes Rennwochenende.
Einen Schweizer auf dem Podest gab es am Sonntag keinen zu bejubeln: Daniel Yule (Bild) und Ramon Zenhäusern landeten zeitgleich auf Rang 5. Insgesamt 61'000 Zuschauer sorgten für ein gelungenes Rennwochenende.
Christian Pfander
Sieger Beat Feuz wird am Samstagabend von den Fans gefeiert.
Sieger Beat Feuz wird am Samstagabend von den Fans gefeiert.
Christian Pfander
Rund  4'000 Tonnen müssen entfernt werden. Dividiert auf die 300 Mann räumt jeder somit etwa 13 Tonnen von der Strecke.
Rund 4'000 Tonnen müssen entfernt werden. Dividiert auf die 300 Mann räumt jeder somit etwa 13 Tonnen von der Strecke.
Bruno Petroni
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Wer hätte das gedacht: Entgegen allen Befürchtungen ist der Himmel über Wengen am Samstagmorgen fast durchgehend blau. Allein am Hundschopf wabern wenige Stunden vor Rennbeginn noch Nebelschwaden umher, als sollten sie beweisen, dass er auch anders könnte, der Petrus, hätte er nicht so viel fürs Lauberhornrennen übrig.

Der nächtliche Schneefall hatte den Helfern zwar eine Parforceleistung abverlangt, hat nun aber seine guten Seiten: Die frisch verschneiten Wälder am Lauberhorn rücken die Region an diesem strahlend schönen Wintermorgen in ein Licht, das jedem Tourismuswerber die Tränen in die Augen treiben dürfte.

Einziger Wermutstropfen: Die Abfahrt ist nur verkürzt möglich. Von Betrübnis ist unter den 32'000 Zuschauerinnen und Zuschauern aber nichts zu spüren, im Gegenteil. Die Stimmung auf der Tribüne im Zielraum ist schon lange vor Rennbeginn ausgelassen.

Feiern an der Sonne

Derweil steigt die Temperatur im 2326 Meter hoch liegenden Startbereich auf der Lauberhornschulter schlagartig um zehn Grad, als um 9.55Uhr die Sonne hinter dem Jungfraujoch hervorblickt. Ist auch dringend gewünscht, denn die elektrische Anlage der Berner Rockgruppe Juraya zeigt im Probelauf deutlich, was sie von den tiefen Temperaturen hält und fällt zwischenzeitlich aus.

Gefeiert wird trotzdem – und wie. Das Publikum verweilt gern noch da oben an der Wärme. Viele begeben sich erst im letzten Moment zum 200 Meter tiefer unten liegenden Kombinationsstart, von wo aus das Rennen heute gestartet wird.

Caviezel bringt ersten Jubel

Pünktlich um halb eins skatet der US-Amerikaner Bryce Bennett aus dem Starthäuschen. Gebannt verfolgen Tausende Augen die Fahrt auf den Riesenbildschirmen, die am Girmschbiel und im Zielraum aufgestellt sind. Der erste Fahrer zeigt, was auf der Piste drinliegt: 1:43,40 ist die Zeit, an der sich alle folgenden Athleten messen müssen.

Nach dem Österreicher Max Franz folgt mit Mauro Caviezel bereits der erste Schweizer. Bis zur ersten Zwischenzeit ist es im Zielraum fast bedächtig still, dann bricht Jubel aus: Caviezel liegt vorne mit einem Vorsprung, den er auch über die Ziellinie retten kann. Frenetisch wird der neue Leader im Ziel empfangen.

Richtig laut wirds erneut, als Publikumsliebling Beat Feuz am Start steht, und lauter erst recht, als Feuz bei der ersten Zwischenzeit deutlich vor dem mittlerweile führenden Dominik Paris (ITA) liegt. Doch Feuz machts spannend: Sein Vorsprung schrumpft. Dass er seiner Favoritenrolle gerecht wird, ist plötzlich infrage gestellt. Frenetisch dann der Jubel, als der Emmentaler doch noch mit knapp drei Zehntelsekunden Vorsprung über die Ziellinie rast.

Mehrmals geht noch ein Raunen durchs Publikum, als Fahrer wie Vincent Kriechmayr oder Aleksander Aamodt Kilde zeitweilig schneller unterwegs sind als Feuz. Doch nach der Startnummer 30 herrscht Gewissheit: Der Favorit hält dem grossen Druck stand und holt sich den dritten Sieg am Lauberhorn. Auch das hätte sich kein Tourismuswerber besser ausdenken können.

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Als Schangnauerin hat Helga Gerber den Weltmeister Beat Feuz aufwachsen sehen, heute leitet sie den Fanclub des Skifahrers. Im Podcast spricht sie über die Emotionen, die an den Rennen hochkommen.

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