Flugplatz Meiringen: Bundesrat will Flugbetrieb nicht reduzieren

Meiringen

Das wird die Fluglärmgegner nicht freuen: Der Bundesrat will keine Einschränkungen des Flugbetriebes beim Militärflugplatz Meiringen.

Maximal 5000 Kampfjeteinsätze werden auf dem Militärflugplatz Meiringen pro Jahr durchgeführt.

Maximal 5000 Kampfjeteinsätze werden auf dem Militärflugplatz Meiringen pro Jahr durchgeführt.

(Bild: Bruno Petroni)

Der Bundesrat will den Flugbetrieb auf dem Militärflugplatz Meiringen nicht reduzieren und lehnt auch eine längere Sommerpause ab. Das macht die Landesregierung in ihrer Antwort auf eine Interpellation von Nadine Masshardt (SP/BE) deutlich.

Das Militärdepartement plane weiterhin maximal 5000 Kampfjetbewegungen in Meiringen, schreibt der Bundesrat. Entsprechende Informationen hatte letzten Herbst schon das regionale Kontaktgremium verbreitet, das aus Vertretern der Region und der Armee besteht.

Bevölkerung und Tourismus in der Region Brienz/Meiringen würden durch den Fluglärm beeinträchtigt, macht Masshardt geltend und erinnert auch an die Forderung einer viermonatigen Sommerpause. Doch davon will die Landesregierung ebenfalls nichts wissen.

Die Reduktion der Militärflugplätze über die letzten 20 Jahre habe dazu geführt, dass der Handlungsspielraum zur Verteilung der Flugbewegungen nur noch sehr klein sei, schreibt der Bundesrat. Eine Staffel F/A-18 verursache auf einem Militärflugplatz zwischen 4000 und 5000 Bewegungen. Eine Halbierung auf 2500 Starts und Landungen wäre nur mit einer Verlagerung nach Emmen oder Payerne möglich.

Damit wäre aber in Meiringen kein wirtschaftlicher Betrieb mehr zu gewährleisten. Und wenn es in Meiringen eine viermonatige Sommerpause gäbe, «könnte in Emmen und Payerne im Sommer keine flugfreie Zeit mehr gewährleistet werden».

Hotelierverein wehrt sich

Gegen den Fluglärm wehren sich seit Jahren Einheimische und insbesondere die Tourismusbranche. Der Hotelierverein Brienz trat aus dem Kontaktgremium aus. Man habe zwar Anliegen einbringen können, aber richtig diskutiert worden seien sie nie, hatten Vertreter des Vereins in Medienberichten erklärt.

Für den Bundesrat ist das Kontaktgremium trotzdem die «geeignete Plattform, um Informationen zwischen Behörden und interessierten Kreisen auszutauschen und zu diskutieren». Das Kontaktgremium sei nie darauf ausgelegt gewesen, die Anliegen der Bevölkerung umfassend abzuholen. Diesen Zweck erfülle die Mitwirkung zum Sachplan Militär.

mib/sda

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